Trump lässt iran spielen – wm-teilnahme trotz krieg
Der Iran darf kommen. US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Fußball-Nationalmannschaft offiziell die Einreise für die WM 2026 garantiert – unabhängig von Bomben, Drohnen und diplomatischen Eiszeiten im Nahen Osten. Gianni Infantino, FIFA-Präsident, verkündete das Versprechen am Mittwoch via Instagram. Ein Satz, der weltweit für Aufsehen sorgt: „Die iranische Mannschaft ist selbstverständlich herzlich eingeladen.“
Infantinos friedenspreis und trumps kehrtwende
Der Machtwechsel in Washington war offensichtlich. Noch vor Wochen hatte Trump erklärt, es sei ihm „wirklich egal“, ob Iran antrete oder nicht. Dann kam das Gespräch mit Infantino, seit Dezember mit dem FIFA-Friedenspreis dekoriert. Trump schwenkte um 180 Grad. Die Botschaft: Fußball bleibt außenpolitikfrei, selbst wenn das Weiße Haus und Teheran sich sonst an die Kehle gehen.
Die Entscheidung ist brisant. Der Konflikt zwischen den USA und Iran spiegelt sich seit Jahren in Sanktionslisten, Cyberattacken und Drohneneinsätzen wider. Sport als Katalysator? Die FIFA setzt darauf. Infantino betonte erneut: „Fußball verbindet – besonders in Krisenzeiten.“

Keine sperre, keine sonderregel
Für das Turnier vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Mexiko und Kanada gibt es laut FIFA bislang keine sportpolitischen Einschränkungen für die Teilnahme Irans. Das heißt: keine Visa-Sonderbehandlung, keine Extraprüfung durch das State Department, keine Boykott-Androhung. Die Mannschaft von Coach Amir Ghalenoei kann planen – sofern sie sich sportlich qualifiziert.
Die US-Behörden arbeiten laut Infantino bereits an vereinfachten Einreiseprozeduren für alle 48 Teams. Die Botschaft an Teheran: Kommt, spielt, werdet gesehen. Ein Signal, das über den Rasen hinaus wirkt.

Die stimmen aus dem kanzleramt und der fan-tribüne
In Deutschland reagiert man zurückhaltend. Das Auswärtige Amt bestätigte, man nehme die Entwicklung zur Kenntnis, werde aber „die Sicherheitslage laufend neu bewerten“. Fans indes feiern die Nachricht. Auf Twitter kursiert bereits der Hashtag #IranPlaysUSA. Ein User kommentiert: „Endlich mal Politik über den Ball statt über den Luftraum.“
Die FIFA selbst sieht sich bestätigt. Seit Jahren betreibt der Verband „Football for Hope“-Programme in Konfliktregionen. Die Trump-Entscheidung liefert das nächste PR-Schild: selbst Erzfeinde sollen auf dem Platz fair um den Sieg kämpfen – und nicht mit Drohnen um Einfluss.
Die uhr tickt – 90 tage bis turnierstart
Bis zur Eröffnung in Los Angeles bleiben weniger als 16 Wochen. Iran muss noch die Play-offs überstehen, doch die Papiere sind klar. Kein Visastress, keine Extrawurst. Trump hat gesprochen, Infantino zitiert. Bleibt die Frage, ob die Spannungen im Nahen Osten bis Juli abkühlen – oder ob die WM zum Politikum wird, wenn iranische Fans in amerikanischen Stadien auf Soldaten mit US-Fahnen treffen.
Fakt ist: Die FIFA hat sich durchgesetzt. Der Fußball bekommt seine 48 Teams, seine globalen Bühne, seine milliardenschwere TV-Kohle. Und Trump? Er erhält ein internationales Schaulaufen ohne Blut, ohne Bomben, nur mit Trikots und Torjubel. Ein Deal, der allen Beteiligten gefällt – außer vielleicht den Hardlinern in Washington und Teheran, die den Ball lieber als Waffe sehen würden.
Die nächste Bewährungsprobe folgt am 11. Juni im SoFi-Stadion. Dann zählt nicht mehr die Rede, sondern der Spielplan. Iran gegen die Welt – und die Welt schaut zu, ob Trumps Versprechen hält oder ob der Kick doch ins Politische verrutscht.
