500 Grand prix: mayländer fährt weiter, als wäre grün sein zweiter vorname
Ein Mann, 26 Jahre, 500 Rennen, null Patzer. Bernd Mayländer rollt in Melbourne zum Jubiläum an, und kein Weltmeister kann ihn überholen – nicht einmal auf dem Zettel.
Die schildkröte mit vollgas
Max Verstappen nannte ihn einmal „Kriechtier“, forderte über Funk: „Can you tell the turtle to speed up?“ Mayländer lacht heute noch. „Das sind Rennfahrer, das sind Emotionen, das gehört dazu.“ Er spricht wie jemand, der weiß, dass Hinterherfahren seine Profession ist, aber Vorausfahren seine Kunst.
Seit 2000 lenkt der Schwabe das Safety-Car, damals noch ein silberner CLK, heute der AMG GT Black Series mit mehr Monitoren als das Berliner Kanzleramt. GPS, Kameras, Alarme – alles flimmert in seinem Cockpit. Ein Beifahrer sortiert die Daten, Mayländer sortiert das Feld. „Risiko ist in meinem Job ein No-Go, sonst hieße es ja Danger Car.“

Die strecke als lebenslauf
Er fuhr Schumacher, Häkkinen, Alonso, Hamilton und jetzt Verstappen vor sich her – 425 Grand Prix schafft Alonso, Mayländer aber zählt 500. Nur vier Mal fehlte er, jedes Mal mit Attest. Die Saison hat 24 Rennen, er kommt am Mittwoch, bleibt bis Sonntag, packt Koffer, fliegt weiter. Familienvater, Pendler, Chronist der Turbo-Ära.
Und er plant schon wieder weiter. „Vierstellig? Abhaken. Aber 600 sind locker drin.“ Die Zahl klingt wie ein Drohbrief an die Jugend: Ihr könnt so schnell fahren, wie ihr wollt – ich bin trotzdem vor euch.
In Melbourne zieht er um 5 Uhr Ortszeit seine Runde, und die Boxengasse applaudiert nicht laut, sondern länger. Denn wer 500 Mal die Strecke sauber hält, der hat sie alle im Rückspiegel – und die Zukunft vor der Motorhaube.
