Trocker fegt junioren-wm weg – schweiz verpasst podest erneut
Anna Trocker hat die alpinen Junioren-Weltmeisterschaften mit einer Machtdemonstration beendet. Die 17-jährige Italienerin holte im Slalom von Pradollan ihre dritte Medaille – und die zweite in Gold. Schon nach dem ersten Lauf lag sie mehr als eine Sekunde vorne, am Ende waren es 2,29 Sekunden Vorsprung auf Leonie Raich. Die Salto-Mortale-Show der Europameisterin war perfekt.

Die schweiz bleibt auf viertem platz hängen
Während Trocker über die Zielampel jubelte, mussten die Schweizerinnen wieder einmal den undankbaren vierten Rang akzeptieren. Juliette Fournier fuhr als Beste der Eidgenossinnen auf Rang vier – 4,20 Sekunden hinter Trocker. Der zweite Durchgang war ihr Trost: Sie rückte von Platz 14 auf vier vor. Shaienne Zehnder schnappte sich gar 15 Plätze und wurde Neunte. Anna Flatscher landete auf 19, Elyssa Kuster schied aus. Fourniers Gesicht nach dem Ziel sagte alles: Stolz und Frust liegen beim Schweizer Ski-Nachwuchs oft nur 0,01 Sekunden auseinander.
Die Statistik nagt. Fünfmal in acht Rennen stand eine Schweizerin auf Position vier – eine Serie, die Theres Fähner, Lara und die gesamte U18-Truppe jetzt intern analysiert. Trainer Bruno Schmid kontert: „Wir sind jung, wir sind schnell, und wir kommen nächstes Jahr wieder.“
Für Trocker ist die WM dagegen ein Sprint in die Weltspitze. Gold im Riesenslalom, Silber in der Team-Kombination, Gold im Slalom – drei Medaillen, zwei davon glänzend. Die Südtirolerin trainiert beim GS Fassa und wird schon mit den großen Namen der Damen-Welt verglichen. Ihre Antwort auf die Frage nach dem Erfolgsrezept: „Ich fahre einfach – und schaue nicht zurück.“
Die Zahlen sprechen für sich: 3,78 Sekunden Vorsprung auf Bronze, 2,29 auf Silber, über eine Sekunde Vorsprung nach Durchgang eins. Keine Gegnerin kam auch nur in die Nähe. Für die Konkurrenz heißt es jetzt: Lehrgeld bezahlt, Lehrplan anpassen.
