Tresoldi schießt u21 zum showdown: jetzt jagt griechenland den platz 1

Nicolo Tresoldi lacht, als er gefragt wird, ob er schon den Sommerurlaub gebucht hat. 2:45 Minuten hat er am Freitag gegen Nordirland gespielt, zwei Tore geschossen – und jetzt soll er in Athen die griechische Abwehr zerlegen. Die deutsche U21 hat am Dienstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) nur eine Mission: Sieg mit zwei Toren Vorsprung, um die Tabellenführung in der EM-Quali-Gruppe F zu klauen.

Di salvo will kein offenes visier riskieren

Di salvo will kein offenes visier riskieren

Antonio Di Salvo, 46, schaut nicht in Glaskugeln. Er weiß, dass jedes Spiel eine neue Geschichte schreibt. „Ein offenes Visier wird es nicht geben“, sagt er, „trotzdem wollen wir mutig und dominant sein.“ Das klingt nach Balance, nach einem Trainer, der gelernt hat, dass ein 1:0 in Athen reicht, um die Griechen zu ärgern, aber nicht zu verletzen. Die Niederlage im Oktober (2:3) steht noch im Nacken. Rache wäre süß, aber der Platz 1 ist das Dessert.

Tom Bischof, Kapitän, redet wie ein Verteidiger der alten Schule: „Erst gewinnen, dann rechnen.“ Aber die Zahlen sind hart: Drei Punkte Rückstand, schlechteres Torverhältnis. Nur ein 2:0 oder höher schiebt Deutschland an die Spitze – drei Spieltage vor Schluss. Die Rechnung ist einfach, die Umsetzung brutal schwer.

Tresoldi spürt es. Der 21-jährige Stürmer von Club Brügge strotzt vor Selbstvertrauen, wie Di Salvo sagt. Seine Treffer gegen Nordirland waren keine Lucky-Punches, sondern die Fortsetzung einer Club-Form, die ihn zurzeit zur besten Waffe im Kader macht. In Athen wird er wieder starten, wieder laufen, wieder schießen. Und er wird grinsen, wenn die griechische Wand ihn pfeift. „Wir müssen das Spiel gewinnen“, sagt er – so einfach kann Fußball sein.

Die Griechen haben nichts zu verlieren, außer dem ersten Platz. Ihr Stadion wird kochen, 30.000 Stimmen werden die deutsche Hinterhand peitschen. Di Salvo hat die Szenarien durchgespielt: Führt seine Elf 1:0, wird er situativ entscheiden, wann er den zweiten Stürmer wirft. Führt sie 2:0, wird er die Uhr runterspulen. Alles andere ist Roulette.

Am Ende bleibt ein Satz, der wie ein Faustpfand klingt: „Der Bessere wird sich durchsetzen.“ Wer das ist, entscheidet sich am Dienstagabend in Athen – und vielleicht schon in der 75. Minute, wenn Tresoldi wieder grinst.