Transplantierte strahlt: heinzl feiert lebensfreude bei den european transplant games
Arnheim – Horst Heinzel, ein Duisburger, der nach einer lebensrettenden Lebertransplantation erneut auf die Beine gekommen ist, hat bei den European Transplant Games in Arnheim einen überwältigenden Sieg gefeiert – und nicht nur das. Seine Geschichte ist ein leuchtendes Beispiel für die zweite Chance, die Organspenden ermöglichen.
Ein routincheck verändert alles
Vor rund zehn Jahren stand Heinzel noch vor einer anderen Herausforderung. Ein Routinecheck im Krankenhaus offenbarte katastrophale Leberwerte. Der damals 36-Jährige fühlte sich ansonsten gut, doch die Diagnose war niederschmetternd: Eine seltene Gallen- und Lebererkrankung, die unbehandelbar war. Mit seiner alten Leber wären ihm nur noch wenige Jahre geblieben. Die Entscheidung für die Warteliste war unausweichlich, begleitet von einer nervenaufreibenden Wartezeit, die Heinzel mit einem speziell dafür angeschafften Telefon und maximaler Lautstärke überbrückte. Der Anruf kam schließlich im Jahr 2023, mitten in der Nacht, und veränderte alles.
„Als ob jemand einen Schalter umgelegt“, beschreibt Heinzel die Zeit nach der Transplantation. „Plötzlich wusste jeder Teil meines Körpers wieder, was zu tun ist. Ich hatte eine Energie und Lebensfreude, wie ich sie jahrelang nicht gespürt hatte.“

Mehr als nur sport: eine lebendige community
Die European Transplant Games sind für Heinzel mehr als nur ein Sportwettkampf. Es ist ein Treffen einer einzigartigen Gemeinschaft, in der Spitzensportler und Amateure zusammenkommen, um ihre zweite Chance im Leben zu feiern. „Jeder hier hat eine besondere Geschichte und man fühlt zu jedem eine Verbindung“, so Heinzel. Hinter jeder Transplantation steht eine tragische Geschichte, die das Leben von Spendern und Empfängern gleichermaßen berührt.
Heinzel erinnert sich an die Worte seines Sohnes zum Vatertag im Jahr nach der Transplantation: „Schön, dass du noch lebst!“ – ein Ausdruck der Erleichterung und Dankbarkeit, der ihm tief berührt hat. Bei den Transplant Games fühlt er sich nicht wie in einer Selbsthilfegruppe, sondern wie Teil einer Bewegung, die das Leben feiert und andere inspiriert.

Ein signal der hoffnung und ein appell
„Das Turnier soll zeigen, was für ein Wunder Organtransplantation bewirken kann“, betont Heinzel. Es ist ein Appell an die Öffentlichkeit, die Bedeutung von Organspenden zu erkennen und sich für eine Entscheidung zu entscheiden. Die Zahl der Wartenden auf ein Spenderorgan ist alarmierend hoch. Heinzel möchte mit seiner Teilnahme und seiner Geschichte auch andere Menschen mit Transplantationen ermutigen, aktiv zu bleiben und das Leben in vollen Zügen zu genießen – trotz der notwendigen Medikamente, die das Immunsystem kontrollieren.
Christian Hugo vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden unterstreicht, dass Sport für Transplantierte grundsätzlich gesund ist und keine besonderen Einschränkungen mit sich bringt, solange die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Heinzel, der heute frei nimmt, freut sich bereits auf das Beachvolleyballturnier morgen und hat bereits bewiesen, dass er auch im Walking-Football und beim Bowling erfolgreich war.
Horst Heinzel hat bewiesen, dass ein neuer Anfang möglich ist – und dass die Freude am Leben stärker ist als jede Krankheit. Seine Geschichte ist ein leuchtendes Beispiel für die Kraft der Hoffnung und die Bedeutung von Organspenden.
