Tragödie am cape wrath trail: ultramarathonläufer david parrish tot aufgefunden

Ein Schock geht durch die Ultralauf-Szene: David Parrish, ein ehemaliger Royal Navy-Soldat und talentierter Langstreckenläufer, wurde tot am Cape Wrath Trail aufgefunden. Der schottische Athlet war auf dem Weg, den Rekord der anspruchsvollen Route zu brechen, als sich die Tragödie ereignete.

Ein wettlauf gegen die zeit und für einen guten zweck

Ein wettlauf gegen die zeit und für einen guten zweck

Parrish hatte sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, den bestehenden Rekord von Pawel Cymbalista (14 Stunden, 49 Minuten und 19 Sekunden) zu unterbieten. Doch sein Vorhaben ging weit über den sportlichen Ehrgeiz hinaus. Er wollte mit seiner Leistung Spenden für den Scottish Mountain Rescue Service sammeln – eine Stiftung, die ihm am Herzen lag, da sein enger Freund Luke Ireland im November 2014 bei einem Lauf in Glen Clova einem tödlichen Kälteschock erlag. Die Hilfsaktion auf JustGiving hatte bereits beeindruckende 14.717 Pfund (rund 17.000 Euro) eingebracht.

Die schottische Polizei bestätigte, dass Parrish am 11. April um 22:25 Uhr in Kintail, einem abgelegenen Berggebiet in den schottischen Highlands, entdeckt wurde. „Es gibt keine Anzeichen für verdächtige Umstände“, so ein Polizeisprecher. Die Familie des Läufers wurde informiert.

Seine Erfolge sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2023 gewann Parrish bereits den Cape Wrath Trail, allerdings mit einer Zeit von 45 Stunden, 28 Minuten und 48 Sekunden – die zweitbeste Zeit aller Austragungen. Vorher hatte er sich in Parkruns bewiesen und bereits 2021 den Cape Wrath Trail erkundet. 2022 krönte er sich zum Champion seines Leichtathletikvereins in Dumfries. Ein weiterer bemerkenswerter Erfolg war sein Sieg beim Dragon’s Back Race im September 2025, einem sechstägigen Ultramarathon über 380 Kilometer durch die walisischen Berge.

Pawel Cymbalista, der aktuelle Rekordhalter des Cape Wrath Trails, äußerte seine tiefe Betroffenheit. „Habe ich den Cape Wrath Trail selbst bewältigt und den aktuellen Rekord inne, so weiß ich, wie außergewöhnlich und fordernd diese Herausforderung ist“, schrieb er in einer bewegenden Nachricht auf der Crowdfunding-Plattform. „David's Ziel war es, meine Zeit zu übertreffen, und ich habe ihn dabei voll unterstützt. Ich spende zu Ehren von David. Ruhe in Frieden.“

Die Nachricht von Parrishs Tod wirft ein düsteres Licht auf die Risiken des Ultralaufsports und erinnert uns daran, dass selbst erfahrene Athleten den elementaren Kräften der Natur nicht immer gewachsen sind. Die Trauer in der Sportgemeinschaft ist groß, und sein Engagement für den Scottish Mountain Rescue Service wird in Erinnerung bleiben – ein Vermächtnis, das weit über seine sportlichen Leistungen hinausgeht.