Tour of the alps: massencrash nach zwei kilometern - etappe abgebrochen

Zwei Kilometer. Mehr brauchte es nicht, um die dritte Etappe der Tour of the Alps zu einer Farce werden zu lassen. Schon nach 2000 Metern rissen Asphalt, Stahl und Menschenleben ineinander. Die Organisatoren zogen die Notbremse - keine Ambulanz frei, keine weitere Fahrt möglich.

Sechs fahrer aus dem rennen - das who is who der opfer

Unter den Ausgeschiedenen finden sich Namen, die wehtun. Felix Engelhardt (Jayco AlUla) wurde mit einer Trage abtransportiert, seine Saison steht auf Messers Schneide. Damien Howson (Pinarello Q36.5), sonst Zeitfahr-Spezialist, schleppte sich mit blutigem Knie vom Feld. Daniel Federspiel (Austria), Lorenzo Nespoli (MBH Bank), Victor Langellotti (Ineos Grenadiers) und Lorenzo Finn (Red Bull Bora) folgten ihm in die Kabine der Trauer - allesamt vorzeitig raus aus dem Rennen.

Die 174,5 Kilometer von Latsch nach Arco sollten eigentlich über den Hofmahdjoch führen - 22,4 Kilometer mit durchschnittlich 5,7 Prozent Steigung, ein Kategorie-1-Monster. Stattdessen endete die Etappe auf dem Asphalt von St. Martin in Latsch, eingeklemmt zwischen Polizeiautos und medizinischem Notstand.

Warum die rettung versagte - und was das für den rest der woche bedeutet

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Die Frage, die niemand laut stellt: Wie kann es sein, dass bei einem ProTour-Event keine freien Intensivwagen verfügbar sind? Die Antwort liegt in der italienischen Bergwelt vergraben - zu viele Parallelveranstaltungen, zu wenig Logistik. Die Folge: Ein Rennen, das vorzeitig endet, und ein Peloton, das mit gebrochenem Rücken in die restlichen Tage startet.

Für die Organisatoren wird der Druck nun zum Kessel. Die Generalprobe für den Giro d'Italia - denn genau das ist die Tour of the Alps - ist zur Generalprobe für das Desaster geworden. Wer hier versagt, versagt vor der großen Bühne. Und die Fahrer? Die schauen jetzt nicht mehr auf die Bergwertungen, sondern auf ihre Knochen. Die Saison ist lang, aber die Narben bleiben.