Tour de france: kracher-ausfälle vor dem start!

Die Vorfreude auf die 110. Austragung der Tour de France ist getrübt: Bevor überhaupt ein Kilometer in Barcelona absolviert wurde, sind bereits zahlreiche Top-Fahrer ausgefallen. Ein Blick auf die Abschiede, die das Feld erheblich dezimieren und die Titelhoffnungen neu ordnen.

Van aert fehlt: ein strategischer verlust für vingegaard

Der wohl schmerzhafteste Ausfall betrifft Wout van Aert. Der belgische Allrounder, der als einer der stärksten Helfer und Etappenaspiranten galt, muss auf die Teilnahme an der Tour de France verzichten. Eine infizierte Wunde am Ellbogen, die er sich bei einem Trainingssturz im Auvergne-Rhône-Alpes zugezogen hatte, ließ ihm keine andere Wahl. Obwohl er noch kurzzeitig bei der Vorbereitung auf die Rundfahrt antrat, verhinderte die mangelnde Heilung einen Start in Topform. Für Jonas Vingegaard, der erneut gegen Tadej Pogacar um den Sieg kämpfen will, ist dies ein herber Rückschlag. Van Aert war nicht nur ein verlässlicher Domestike, sondern auch ein Mann für überraschende Etappensiege und die Kontrolle über kritische Rennsituationen.

Visma | Lease a Bike reagierte prompt und nominierte Davide Piganzoli als Ersatz. Doch auch seine Teilnahme steht unter einem schlechten Stern: Ein Sturz bei der italienischen Zeitfahrmeisterschaft führte zu einer ambulanten Versorgung. Ob er rechtzeitig fit wird, ist ungewiss. Sollte Piganzoli ausfallen, muss das Team um Vingegaard improvisieren. Wilco Kelderman und Ben Tulett könnten in Frage kommen, doch eine offizielle Bestätigung von Visma steht noch aus.

Onley und bilbao: weitere schwere ausfälle

Onley und bilbao: weitere schwere ausfälle

Neben Van Aert fehlen dem Rennen auch Oscar Onley und Pello Bilbao. Onley, der im Vorjahr als Vierter der Gesamtwertung glänzte, verletzte sich bei demselben Trainingssturz im Auvergne-Rhône-Alpes am Schultergelenk. Seine Saisonziele müssen nun neu bewertet werden, wobei die Vuelta a España als mögliches neues Highlight in Betracht gezogen wird. Für das Ineos-Team bedeutet sein Ausfall eine erhebliche Schwächung der Ambitionen.

Pello Bilbao, einer der erfahrensten Sprinter im Peloton, muss ebenfalls auf seine Teilnahme an der Tour verzichten. Eine Virusinfektion, die er sich ebenfalls im Auvergne-Rhône-Alpes zuzog, verhinderte seine Genesung. Besonders bitter ist dies für Bilbao, da er seine letzte Saison als Profi fährt und sich damit von einem hochkarätigen Rennen verabschieden muss. Sein Programm wird nun entsprechend angepasst, mit Fokus auf andere Saisonhighlights.

Weitere fragezeichen und überraschungen

Weitere fragezeichen und überraschungen

Die Liste der Ausfälle wird noch länger: Iván Romeo, der ebenfalls im Auvergne-Rhône-Alpes gesundheitliche Probleme hatte, fällt ebenfalls aus. Auch Cristian Rodríguez, der dort eine starke Leistung zeigte, wird in China antreten und die Vuelta a España ins Visier nehmen. Lorenzo Fortunato kämpft mit Fieber, während der Zustand von Stefan Küng, der sich bei der Omloop frühzeitig einen komplizierten Beinbruch zuzog, weiterhin vorsichtig beobachtet wird. Ob er doch noch an den Start gehen kann, ist ungewiss.

Die Tour de France beginnt also in Barcelona mit einer unerwartet langen Liste von Ausfällen. Die zahlreichen Stürze, Infektionen und Virusausbrüche haben bereits eine erste, rigorose Selektion durchgeführt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die veränderten Bedingungen auf den Rennverlauf auswirken werden und ob die verbleibenden Fahrer die entstandenen Lücken füllen können. Die Grande partenza verspricht bereits jetzt ein Rennen voller Überraschungen und Dramatik.