Toronto blutet 78:83 — saballys debüt bleibt frostig

Zehn Minuten, zwei Freiwürfe, null Feldwürfe. Nyara Saballys erster Auftritt im Trikot von Toronto Tempo schmeckt nach Metall und Niederlage. Die Expansion-Franchise verliert 78:83 gegen Connecticut Sun, und die gebürtige Berliner steht mit 2 Punkten da, die kaum Gewicht haben.

Saballys sprung ins unbekannte

Die 26-Jährige wurde im Expansion Draft aus New York Liberty losgeeist, weil Kanadas erstes WNBA-Team Größe und Athletic suchte. Gegen Connecticut war sie von Anpfiff an auf dem Parkett, doch die Ringe blieben verriegelt: drei Versuche aus dem Feld prallten ab, nur die Linie hielt ihre Bilanz vor Totalausfall.

Trainer Jimmy Lazare wechselte sie trotzdem früh wieder aus. „Wir wollten sehen, wie sie sich gegen echte WNBA-Physik bewegt“, sagte er nach dem Spiel. Das Ergebnis: viel Energie, wenig Flow. Saballys Schwester Satou, MVP-Kandidatin in Dallas, dürfte den Clip mit zusammengebissenen Zähnen verschlungen haben.

Toronto führte bis zur 28. Minute, dann erwischte DeWanna Bonner einen 8-0-Lauf. Die Tempo-Defense brach ein, die Ballbewegung erstarb. Sabally saß in dieser Phase auf der Bank, konnte nur zusehen, wie der Vorsprung schmolz. Ihr Plus/Minus lag bei -7, schlechtester Wert der Starter-Fünf.

Die saison beginnt in sieben tagen

Die saison beginnt in sieben tagen

Am 8. Mai geht’s gegen Washington Mystics. Drei weitere Testspiele stehen noch aus, Zeit für Korrekturen ist knapp. Sabally muss ihre Trefferquote aus dem Feld verdreifachen, wenn sie nicht zur symbolischen Trade-Chip werden will. Das Front Office verpflichtete sie nicht, um sie zu ruhigen Rollminuten zu degradieren – sondern um eine mobile Fünf zu haben, die pick&pop sowie switch kann.

Die gute Nachricht: Das Knie hält. Nach zwei Operationen in den vergangenen Jahren war das lange der größere Gegner als jede Verteidigerin. Sabally sprang ohne Schutz, landete hart, schüttelte sich und lief zurück. Die Zahlen stimmten nicht, der Körper schon.

Fazit: Ein Debüt ohne Glanz, aber mit Echtzeit-Daten. Toronto weiß jetzt, wo die Löcher sind. Sabally weiß, dass sie sie stopfen muss, bevor die Zähler am 8. Mai auf Null stehen. Keine Zeit für Sentimentalitäten – die WNBA wartet nicht auf Projekt-Spieler.