Tony parker stellt sich gegen nba-europe-offensive und will euroleague retten

Tony Parker schlägt zurück. Während die NBA ihre Europe-Pläne vorantreibt, hält der frühere Spurs-Star an der Euroleague fest – und übernimmt selbst das Kommando. „Heute ist das der beste Wettbewerb Europas“, sagt der ASVEL-Eigentümer und kündigt an, künftig selbst auf der Bank zu sitzen.

Parker baut brücke statt konkurrenz

Die Bombe platzte am Dienstagabend in Lyon. Nach einer desaströsen Saison (nur acht Siege, Tabellenletzter) sichert sich der französische Klub ASVEL Villeurbanne frisches Kapital – und zwar massiv. Hinter dem Geld steckt die Schweizer Beteiligungsgesellschaft HelvetX, an der kein Geringerer als Formel-1-Pilot Pierre Gasly beteiligt ist. Ziel: der Genfer Raum soll zum neuen Basketball-Hotspot werden, nur zwei Autostunden von Lyon entfernt.

Parker, Mehrheitseigentümer und Präsident des Klubs, nutzt die Gelegenheit für einen Coup. Er bestätigt gegenüber dem Portal Skweek, dass er sich „offen für alle Optionen“ halte – auch für den Trainerposten. „Wenn wir nächste Saison zurückkommen, kämpfen wir nicht wieder um die letzten Plätze“, sagt der 41-Jährige. Sein Bruder TJ Parker musste im Februar gehen, nun droht ihm der eigene Clanchef als Nachfolger.

Nur noch zwei bremser fehlen

Nur noch zwei bremser fehlen

Mit dem Bekenntnis von ASVEL rückt die Euroleague näher an ihr Ziel: alle 13 Langzeit-Partner sollen den neuen Geschäftsplan unterschreiben. Fehlen noch Fenerbahçe – der Klub will den Vertrag erst im nächsten Board beschließen – und Real Madrid. Liga-Chef Dejan Bodiroga ist zuversichtlich, dass auch die Königlichen nachziehen.

Die NBA wartet indes nicht. „NBA Europe wird kommen, mit oder ohne Euroleague“, sagt Parker. Sein Plan: statt Gegner zu sein, will er die Liga zu einem „Brückenkopf“ machen. Dafür braucht er Star-Power – und die liefert er selbst. Bereits jetzt trainiert er die französische U17-Nationalmannschaft, ein Sprung auf den Profi-Zettel ist nur noch Formsache.

Die Zahlen sprechen für ihn: trotz des sportlichen Absturzes stieg die Zuschauerzahl in der Saison 2023/24 um 18 Prozent, die Social-Media-Reichweite kletterte auf über 200 Millionen Kontakte. Parker will diese Dynamik nutzen, bevor die NBA den Markt aufteilt. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagt er. „Entweder wir wachsen jetzt – oder wir verschwinden.“

Die Uhr tickt. Die NBA plant ihre erste Europe-Season für 2025/26. Parker will bereit stehen – mit Gaspedal statt Handbremse.