Togami bleibt: ochsenhausen bindet wm-doppelgold für weitere saison

Shunsuke Togami zieht den Stecker noch nicht. Trotz Kreuzbandriss und monatelanger Pause verlängert der japanische Doppel-Weltmeister seinen Vertrag beim deutschen Meister TTF Liebherr Ochsenhausen um ein weiteres Jahr – ein klares Bekenntnis in unruhigen Zeiten.

Verletzt, aber unverzichtbar

Die Zahl 14:3 steht in der Liga für Togami. Dreizehnmal gewann er, nur dreimal musste er sich geschlagen geben. Dann riss das Kreuzband, und seitdem fehlt der Weltranglisten-18. Sein Arbeitgeber reagiert nicht mit Zurückhaltung, sondern mit Vertrauen. „Wir schätzen das gegenseitige Vertrauen“, sagt Klubpräsident Kristijan Pejinovic, „und sein klares Bekenntnis zum Verein.“

Togami kam 2022, ging 2023 für ein Jahr nach Japan, kehrte 2024 zurück – und holte sofort Meisterschaft und Pokal. Nun die vierte Saison in Oberschwaben. Für Pejinovic kein Zufall: „Mit seinem Goldmedaillengewinn bei der WM im vergangenen Jahr hat er eindrucksvoll bewiesen, dass er ein Top-Athlet mit großem Sportsgeist ist.“

Die rechnung hinter dem vertrauen

Die rechnung hinter dem vertrauen

Ochsenhausen investiert in eine Zukunft, die erst mal auf der Reha-Bank beginnt. Die medizinische Abteilung arbeitet mit Hochdruck, Togamis Comeback ist für September geplant – genau dann, wenn die neue Saison startet. Die Verlängerung sichert dem Klub nicht nur einen Weltklasse-Spieler, sondern auch seine Marketing-Präsenz in Asien. Denn Togami ist in Japan kein namenloser Profi, sondern ein Star, dessen Matches im TV laufen.

Die Konkurrenz in der Bundesliga hatte bereits angeklopft. Doch Togami blieb loyal. „Ich habe hier Freunde, eine Heimhalle, die mitfiebert, und einen Verein, der mich versteht“, sagt er aus dem Trainingslager in Kobe. Die Verletzung sei „ein Tiefschlag“, aber „kein Grund aufzuhören“. Stattdessen schickt er Videos von seinem Aufbauprogramm nach Baden-Württemberg – Beweisstück A für Pejinovic, dass die Chemie stimmt.

Die Liga schaut neidisch. Denn mit Togami, Dang Qiu und dem neuen koreanischen Jungstar An Jae-hyun formiert Ochsenhausen auch 2026/27 wieder das stärkste Aufgebot Deutschlands. Die Frage ist nicht, ob sie angreifen, sondern wie schnell Togami wieder zurückschnellt.