Tim schneider wechselt zum dritten mal in acht monaten den verein
Tim Schneider kommt nicht zur Ruhe. Kaum zwei Wochen nach seinem Wechsel zu Rising Zephyr Fukuoka steht der deutsche Nationalspieler schon wieder woanders unter Vertrag — diesmal bei den Ibaraki Robots in der ersten japanischen Liga. Drei Klubs in acht Monaten: Das ist kein normaler Karriereverlauf, das ist eine Odyssee.
Von der zweiten liga direkt in den abstiegskampf der ersten
Was zumindest neu ist: Ibaraki spielt in der B.League Division 1, also eine Etage höher als Schneiders bisherige japanische Stationen. Der 28-Jährige hatte sich im Sommer nach fast zehn Jahren bei Alba Berlin verabschiedet und war seinem Ex-Mitspieler Johannes Thiemann nach Japan gefolgt. Der erste Halt war Vertex Shizuoka in der zweiten Liga — Trennung im Januar. Dann Fukuoka, ebenfalls zweite Liga — gerade einmal sechs Spiele, 11,2 Punkte und 7,7 Rebounds im Schnitt, dann wieder weg.
Die Zahlen bei Fukuoka waren solide. Nicht überragend, aber solide. Warum es trotzdem nicht geklappt hat, darüber schweigen beide Seiten. Das ist bei Profisportlern selten ein gutes Zeichen.

Ibaraki kämpft um die playoffs — die zeit drängt
Die Ibaraki Robots stehen mit einer Bilanz von 12 Siegen und 27 Niederlagen auf Rang zehn der Eastern Conference. Die Playoffs sind mit vier Qualifikationsplätzen rechnerisch noch erreichbar, aber die Lage ist ernst. Schneider kommt nicht als Verstärkung für eine Spitzenmannschaft — er kommt als letzter Versuch eines Teams, das langsam die Hoffnung verliert.
Thiemann macht es derweil besser. Sein Klub Gunma Crane Thunders liegt auf Rang fünf, zwei Siege hinter dem letzten Playoff-Platz. Eng, aber noch drin. Die beiden deutschen Weggefährten kämpfen in Japan um völlig unterschiedliche Ziele — und genau das macht den Vergleich so interessant.
Sechs länderspiele, drei klubs, null stabilität
Vergangene Woche stand Schneider noch im Nationaltrikot. Gegen Kroatien bestritt er seine Länderspiele fünf und sechs — und wirkte dabei wie ein Spieler, der trotz allem Verlässlichkeit ausstrahlt. Im Vereinsalltag sieht das Bild gerade anders aus.
Fast zehn Jahre Alba Berlin, dann dieser Neuanfang in Japan, der sich als Irrfahrt entpuppt. Schneider ist kein schlechter Spieler. Aber irgendetwas stimmt in dieser Saison nicht — und das dritte Trikot innerhalb von acht Monaten wird daran vorerst wenig ändern.
