Tigges schlägt mit dem kopf, paderborn schlägt zurück

Steffen Tigges, 27 Jahre alt, eingewechselt, nicht drauf und dran – und plötzlich ist der SC Paderborn wieder im Rennen. Kopfball eins, Kopfball zwei, Spiel gedreht, Aufstiegsplatz zurückerobert. Die Zahlen sind schnell erzählt: 0:1 zur Pause, 2:1 nach 90 Minuten, 66. und 85. Minute, beide Treffer per Kopf, beide per Tigges.

Die Südtribüne im Benteler-Arena bebte, als der frühere Kölner nach einer Ecke das 2:1 erzielte. Es war sein sechstes Saisontor – alle mit der Stirn, alle vor heimischem Publikum. Ein Joker, der keine andere Technik braucht als die, die er im Nacken trägt.

Dresden führte, vergaß aber zu wahren

Vincent Vermeij hatte die Gäste per Kopf in Führung gebracht, doch die SGD verpasste es, den Sack zuzumachen. Ben Bobzien traf die Latte, Jason Ceka setzte den Abpraller drüber, Christoph Daferner scheiterte aus kurzer Distanz. Drei Großchancen, kein Tor – und dann kam Tigges.

Trainer Ralf Kettemann hatte Top-Torschütze Filip Bilbija zunächst auf die Bank gesetzt, um Reiz zu setzen. Die Antwort folgte prompt, aber nicht vom Stammkraken, sondern vom Einwechselmann. „Wir wussten, dass wir einen Plan B haben“, sagte Kettemann nach dem Spiel, „aber dass er so explosiv ist, das habe selbst ich geglaubt.“

Schalke kann vorbeiziehen – paderborn darf hoffen

Schalke kann vorbeiziehen – paderborn darf hoffen

Mit 51 Punkten springt Paderborn vorläufig auf Rang zwei, doch am Abend empfängt Schalke 04 Darmstadt 98. Gewinnen die Königsblauen, rutschen die Ostwestfalen wieder auf Platz drei. Die Tabelle bleibt ein Pendel, aber das Gefühl bleibt: Der SCP ist zurück im Geschäft.

Dresden dagegen verließ erstmals nach vier Spielen als Verlierer das Feld. Torhüter Tim Schreiber wirkte bei Tigges‘ zweitem Treffer, als hätte er die Flugbahn des Balles erst im Rückflug erkannt. Die Defensive war eine Sekunde zu spät, der Kopf eine Nummer zu hart.

Für Tigges zählt nur die Zahlenreihe: fünf, sechs – und der nächste Gegner wartet schon. Wenn der Kopf so weiter macht, braucht Paderborn bald keinen Plan C mehr.