Thw kiel zieht ins b-jugend-finale ein – essen oder berlin folgt am sonntag
Der THW Kiel hat das erste Ticket fürs Endspiel um die Deutsche Meisterschaft der B-Jugend gelöst. Nach dem 41:38 im Hinspiel kassierten die Zebras in der heimischen Sparkassen-Arena eine 37:43-Klatsche, doch die 80 Treffer im Gesamtpack reichten dank der Auswärtstor-Regel. Jetzt wartet der Sieger des zweiten Halbfinals – und der fällt erst am Sonntag.
Auswärtstor-regel rettet kiel trotz rückspiel-pleite
Matteo Kalvelage hatte die Rhein-Neckar Löwen im Hinspiel mit 14 Toren fast im Alleingang auf Kurs gebracht. Im Rückspiel schalteten die Schleswig-Holsteinern früher: 22:18 zur Pause, 32:28 acht Minuten vor Schluss. Am Ende stand ein 43:37 auf der Anzeige, doch die drei Treffer Vorsprung aus Mannheim reichten. THW-Coach Jan Gorrissen atmete tief durch: „Wir haben die Nerven behalten, als die Löwen auf vier Tore herangekommen sind.“
Die Zahlen sprechen für den Rekordmeister: Zum zweiten Mal nach 2023 steht sowohl die A- als auch die B-Jugend im Finale. Ein Novum in der Vereinshistorie.

Berlin hat die besseren karten – aber essen kennt die rolle des jägers
Die Füchse legten gegen den TuSEM Essen schon mal vor. 36:28, acht Tore Vorsprung, Malte Lorz traf achtmal. Essen aber liebt den Rückstand: Gegen Hannover-Burgdorf drehten die Westdeutschen ein 33:37 noch in einen 42:35-Sieg. „Wir brauchen eine 9-Tore-Differenz oder einen Sieg bei mehr als acht Treffern“, rechnet TuSEM-Trainer André Krause vor. „Berlin ist stark, aber nicht unschlagbar.“
Anpfiff in der Friedrich-Ebert-Halle ist am Sonntag um 17.30 Uhr. Live läuft die Partie auf Sportdeutschland.TV – und wahrscheinlich vor 1.200 Fans, die Essens U17 bereits gegen Hannover anfeuerten.

Modus verlangt ausdauer – und eine kleine rechenlektion
Hin- und Rückspiel, Auswärtstorregel, dann nochmal zwei Spiele im Finale: Die B-Jugend-Bundesliga ist der härteste Nachwuchs-Marathon Deutschlands. 48 Teams starteten in acht Vorrunden, 24 kamen in die Meisterrunde, acht erreichten das Viertelfinale. Wer jetzt noch dabei ist, hat 16 Pflichtspiele absolviert – und vor allem die WM-Pause im Januar überstanden.
Die Bilanz der Halbfinalisten: Drei Teams ohne Niederlage in der Meisterrunde (Kiel, Berlin, Rhein-Neckar Löwen), ein einziges Remis (Kiel in Gummersbach). Die Tordifferenz der Füchse nach der Vorrunde: plus 114. Kein anderer Klub kommt auch nur auf plus 90.
Ein Finale Berlin gegen Kiel wäre die Neuauflage des Pokalsieger-Endspiels der A-Jugend – damals gewannen die Füchse. Umgekehrt könnte es das erste Finale Essen gegen Kiel seit 2017 werden. Die Westdeutschen verloren damals knapp, heute haben sie nichts mehr zu verlieren.
Die Uhr tickt. In sieben Tagen steht der neue Meister fest. Wer die Nerven behält, bekommt nicht nur den Pokar, sondern auch ein Ticket für die Youth-EHF-Champions-League. Ein Jahr internationaler Erfahrung – das ist der echte Gewinn.
