Thun schockiert die liga: kann der aussenseiter yb stürzen?
Die Schweizer Super League erlebt eine Sensation, die selbst eingefleischte Fussballfans staunen lässt. Der FC Thun, gerade erst wieder in die höchste Spielklasse aufgestiegen, führt die Meisterschaft nicht nur an, sondern dominiert die Konkurrenz regelrecht. Ein Märchen schreibt sich in den Berner Bergen – und könnte die jahrzehntelange Vormachtstellung der Grossen gefährden.
Ein punkteschnitt, der die historiker aufhorchen lässt
71 Punkte nach 31 Spielen – diese Bilanz ist schlichtweg atemberaubend. Der FC Thun präsentiert sich als eine Macht, die die etablierten Top-Teams Basel, Bern und Zürich in den Schatten stellt. Doch was macht diesen Höhenflug so besonders? Der Blick auf die ewige Bestenliste der Super League seit 2003/04 offenbart die schiere Dimension des Thuner Erfolgs.
Die Young Boys aus Bern, lange Zeit unangefochtene Nummer eins, holten 2018/19 mit 91 Punkten den bisherigen Rekord. Basel zeigte ebenfalls Glanzzeiten, mit 86 Punkten (2016/17) und 85 Punkten (2003/04). Doch Thun hat nun die Chance, diese legendären Werte zu übertrumpfen. Die Möglichkeit, den Rekord zu brechen, ist real: Bei sieben verbleibenden Partien stehen rechnerisch noch 21 Punkte zur Verfügung, was ein Maximum von 92 Punkten ermöglicht.
Die Zahlen lügen nicht: Thun hat bereits mehr Punkte auf dem Konto als Basel bei seiner Meisterschaft 2004/05 (70 Punkte). Ein historisches Novum, das die Liga in Atem hält.

Die "grossen drei" erzittern
Was diesen Thuner Lauf so bemerkenswert macht, ist die Art und Weise, wie sie nicht nur die Konkurrenz schlägt, sondern die Phalanx der "Grossen Drei“ regelrecht pulverisiert. Seit der Einführung der Super League prägten YB, Basel und Zürich das Schweizer Fussballgeschehen. Dass nun ein Team wie Thun in den Kampf um die Spitze eingreift und die Möglichkeit hat, diese Dominanz zu brechen, ist ein sportliches Wunder.
Trainer Mauro Lustrinellis Mannschaft demonstriert eine beeindruckende Konstanz. Selbst wenn Thun seinen bisherigen Punkteschnitt von etwa 2,29 Punkten pro Partie hält, würden die Berner Oberländer bei rund 87 bis 88 Punkten landen – genug, um die legendären Basler Marken zu übertreffen und sich auf dem zweiten Platz der ewigen Tabelle zu positionieren.

Das restprogramm: die letzte hürde
Die entscheidende Phase der Saison steht bevor. Die Championship Group, in der Thun auf die stärksten Teams der Liga trifft, wird zeigen, ob die Mannschaft den Druck aushält. Kann Thun die Konstanz bewahren und den Schwung mitnehmen? Die Antwort wird die Liga in ihren Grundfesten erschüttern.
Sollte es Thun gelingen, den Rekord von YB (91 Punkte) zu brechen, wäre dies ein Triumph von historischer Bedeutung. Selbst wenn der Rekord knapp verfehlt wird, ist der Eintrag in die Top 3 der punktbesten Meister aller Zeiten für den FC Thun bei der aktuellen Form absolut realistisch. Die Schweiz reibt sich die Augen: Das Berner Oberland ist bereit für die grösste Party der Vereinsgeschichte. Der 11. April könnte der Tag sein, an dem Thun rechnerisch die Meisterschaft fixiert – ein denkwürdiger Moment für den Verein und seine Fans.