Tennis-stars fordern mehr: krach um preisgelder bei den french open?
Paris – Die French Open, eigentlich ein Fest des Tennis, drohen im Schatten einer ungewöhnlichen Eskalation zu verschwinden. Topstars wie Jannik Sinner und Coco Gauff haben in Paris die Forderung nach einer deutlich höheren Umsatzbeteiligung laut ausgesprochen. Ein Boykott schwebte kurz, nun wird hinter den Kulissen geruuscht – und die Frage ist: Wie viel ist Tennis wirklich wert?
Die stars sind unzufrieden
Die Situation ist brisant: Während die Grand-Slam-Turniere weltweit neue Umsatzrekorde erzielen, scheint die Beteiligung der Spielerinnen und Spieler am Gewinn deutlich hinterherzuhinken. Aryna Sabalenka brachte es auf den Punkt: „Es geht nicht um mich, sondern um die Spielerinnen und Spieler, die weiter unten in der Weltrangliste stehen und finanziell zu kämpfen haben.“ Die 15 Prozent, die aktuell an Preisgelder ausgeschüttet werden, erscheinen angesichts der gigantischen Umsätze lächerlich gering.
Die Aktion der Spielerinnen und Spieler am „Media Day“ war ein deutliches Signal. Die einstündige Pressekonferenz auf nur 15 Minuten zu kürzen, sollte die Diskrepanz zwischen Umsatz und Auszahlung verdeutlichen. Ein riskantes Spiel, aber es scheint Wirkung gezeigt zu haben. Auch wenn Novak Djokovic sich nicht direkt beteiligte, betonte er die Notwendigkeit einer gerechteren Verteilung der Gewinne, insbesondere für die Spieler, die kaum von ihrem Sport leben können.

400 Millionen euro umsatz – fünf prozent preisgelder?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die French Open erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von fast 400 Millionen Euro, die Erhöhung der Preisgelder fiel jedoch mit knapp über fünf Prozent bescheiden aus. Ein Wert, der die Spieler empört. Alexander Zverev machte die Lage drastisch deutlich: „Manche Spieler gehen sogar ins Minus.“
Der Druck auf die Organisatoren der Grand-Slam-Turniere steigt. Gerüchte über Gespräche in Wimbledon, bei denen auch Tim Henman als Vermittler im Gespräch ist, deuten darauf hin, dass die Verantwortlichen die Situation ernst nehmen. Das Ziel der Spieler ist klar: Bis 2030 sollen 22 Prozent der Umsatzerlöse als Preisgelder ausgeschüttet werden.
Ob diese Forderung erfüllt wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der Tenniszirkus wird sich in den kommenden Monaten weiter um dieses Thema drehen. Und für die Fans bedeutet das: Spannende Matches auf dem Platz und brisante Diskussionen hinter den Kulissen.
Die Verantwortlichen müssen handeln, sonst droht ein Dominoeffekt. Denn die Spieler haben bereits signalisiert: Sie sind bereit, für ihre Rechte zu kämpfen. Und das könnte den Sport nachhaltig verändern. Denn eines ist klar: Tennis lebt von seinen Stars – und die Stars wollen ihren Wert anerkannt sehen.
