Lustrinelli steht vor dem union-blitz: thun-coach soll berliner aufruhr beenden
Union Berlin zittert, Thun wappnet sich, Mauro Lustrinelli schweigt – und trotzdem ist klar: Der Schweizer Meistercoach rückt mit Macht in Richtung Hauptstadt. Nach Informationen von kicker, Sky und Bild laufen die Gespräche zwischen den Köpenickern und dem 50-Jährigen heiß, heißer, fast unter Dampf. Berlin soll „in der Pole Position“ sitzen, doch die Ablöseklage für den Vertrag bis 2028 könnte zum Poker werden.
Warum union ausgerechnet lustrinelli will
Seit Urs Fischer im Winter 2023 die Laterne abgab, riss bei Union die Trennungsserie nicht ab: Nenad Bjelica, Bo Svensson, Steffen Baumgart – keiner überlebte die Saison. Die Lösung hieß Marie-Louise Eta, Historie als erste Frau an der Bundesliga-Linie, doch ihre Mission endete nach dem Klassenerhalt mit dem Wechsel zu den Union-Frauen. Ruhe sieht anders aus. Lustrinelli bringt das, was die Geschäftsführung seit Monaten sucht: eine klare Spielidee, ein Sieger-Gen und eine Portion Nostalgie. Er war schon 2013 Co von Fischer in Thun, kennt den Laden, kennt die Mentalität.
Der Thuner Sportchef Peter Farner bestätigte gestern Abend gegenüber der Berner Zeitung lediglich: „Wir haben Signal vom Spieler, dass er weg will.“ Gemeint ist der Trainer. Die Summe? Insider tuscheln über 1,5 Millionen Euro – für einen Zweitligisten aus der Schweiz ein Jackpot, für Union ein Wagnis, das sich rechnen könnte.

Italiens serien-a- und serie-b-klubs lauern
Doch Berlin ist nicht allein. Lecce, Parma und sogar der AC Florenz sondieren, wie italienische Medien berichten. Lustrinelli, ehemaliger U-21-Nationalcoach der Nati, spricht fließend Italienisch, hat verwandtschaftliche Wurzeln in der Lombardei. Für ihn wäre die Serie A der Sprung in eine der Top-5-Ligen, die er sich selbst offen auf die Fahnen geschrieben hat. Union muss also nicht nur zahlen, sondern auch überzeugen – mit Projekt, Geld und Perspektive.
Thun will sich nicht erpressen lassen. „Wir haben keinen Ersatz in der Schublade“, so Farner. Die Saison in der Schweiz startet bereits Anfang Juli, die Vorbereitung läuft. Je länger Berlin taktieren sollte, desto größer der Druck, desto höher der Preis.

Was lustrinelli auf dem platz bringt
Wer seine Thuner Mannschaft diese Saison sah, erkannte ein Muster: hohes Pressing, schnelle Umstellung, Außenverteidiger, die wie Flügelstürmer agieren. In 36 Pflichtspielen erzielte sein Team 67 Treffer – so viele wie kein anderer Klub in der Challenge League. Die Defensive stand nur 24 Gegentreffer, die zweitbeste Quote. Kurz: Dynamik pur, genau die Medizin für Unions zuletzt ideenlose Offensive.
Ein Detail spricht Bände: Lustrinelli lässt seine Spieler nach jedem Sieg selbst ein kurzes TikTok drehen – Marketing meets Motivation. Union, bislang eher digital-verkopft, könnte frischen Wind gebrauchen.

Jetzt zählt jeder tag
Zeitplan der Berliner: Innen drei Wochen soll der Coach stehen, damit er die Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison 2026/27 noch komplett mitgestalten kann. Wer zögert, verliert – das lernte Union in den vergangenen Transferfenstern auf die harte Tour. Bleibt Lustrinelli in Thun, droht ein Sommer der Ungewissheit. Kommt er, dürfte die Ablöse die bisherige Rekordsumme für einen Schweizer Zweitligatrainer pulverisieren.
Die letzten Worte gehören dem Chef: „Ich will irgendwann in eine Top-5-Liga“, sagte Lustrinelli im April. Berlin ist Top-5, Berlin brennt, Berlin wartet. Ob er kommt, entscheidet sich in den nächsten Tagen – und womöglich an der Kasse.
