Tennismatch gegen parkinson: hoffnungsschimmer in madrid!

Im Herzen Madrids, im Sportzentrum Triángulo del Oro, hallen Menschen mit Parkinson eine ungewöhnliche Therapie: Tischtennis. Was auf den ersten Blick nach einem gewöhnlichen Training aussieht, ist in Wahrheit ein Kampf – ein Kampf um Kontrolle, um Selbstbestimmung und um ein besseres Leben.

Ein ungewöhnlicher wettkampf

Die Geräusche von Schlägern, die den Ball treffen – „Click, Klack“ – erfüllen den Raum. Es ist die Symphonie der Hoffnung, gespielt von Menschen, die mit einer neurodegenerativen Krankheit leben. Die Fundación Red Parkinson hat hier ihren Sitz und verwandelt die Tischtennisplatten in eine Bühne für Rehabilitation und soziale Interaktion.

Über 160.000 Menschen in Spanien sind von Parkinson betroffen, allein in Madrid sind es 20.000. Die Krankheit raubt die Kontrolle über den Körper, führt zu Zittern, Gleichgewichtsstörungen und Koordinationsproblemen. Doch hier, in Triángulo del Oro, scheint der kleine weiße Celuloïdball eine Waffe gegen diese Ausbreitung zu sein.

„Jeder verbindet Parkinson mit Zittern, das ist das Hauptsymptom“, erklärt Javier Martínez, liebevoll „Micky“ genannt, ein Spieler und Teilnehmer des Programms. „Aber es gibt noch viele andere, wie den Verlust des Gleichgewichts oder der Koordination.“ Das Tischtennisspiel stellt den Körper vor eine ständige Herausforderung, fordert schnelle Reaktionen und präzise Bewegungen.

Javier Pérez, der im Jahr 2024 eine Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften im Doppel gewann, betont die mentale Geschwindigkeit, die dieser Sport erfordert: „Wenn man am Tisch steht und der Ball kommt, hat man nur eine Sekunde Zeit, um zu entscheiden, aus welchem Winkel er ankommt. In diesem Moment arbeitet unser Gehirn auf eine Weise, die es nicht gewohnt ist. Das ist eine Sensation für die neurologische Rehabilitation.“

Mehr als nur sport: eine gemeinschaft

Mehr als nur sport: eine gemeinschaft

Die Trainingsmethoden sind speziell auf die Bedürfnisse der Parkinson-Patienten zugeschnitten. Sie konzentrieren sich auf Gleichgewicht, Koordination und Bewegungsablauf. Federico Drago, der Trainer und Präsident des Distrikts 20, berichtet: „Die größte Überraschung ist, dass man schon am ersten Tag eine Verbesserung bemerkt. Die Teilnehmer gehen sehr zufrieden und motiviert nach Hause.“

Doch die Vorteile des Tischtennis gehen weit über die körperliche Rehabilitation hinaus. Es ist ein sozialer Treffpunkt, ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Micky erzählt: „Wir helfen uns gegenseitig. Wenn jemand stolpert, egal von welcher Seite, der andere ist sofort zur Stelle.“

Die Diagnose Parkinson kann zu Isolation und Apathie führen. Doch hier, in Triángulo del Oro, werden diese Gefühle durch die Gemeinschaft und den sportlichen Wettbewerb bekämpft. „Dein Leben kann sich von einem Sofa, auf dem du fernsiehst, zu einem Weltmeisterschaftsrennen verändern“, sagt Vicente Jiménez Navas, ein weiterer Spieler. Und er hat Recht. Hier wird nicht nur trainiert, hier wird gelebt.

Ramón Velázquez, Verantwortlicher für das Physiotherapieprogramm der Fundación Red Parkinson, unterstreicht die medizinische Grundlage der Trainings: „Wir bauen ein Modell der Physiotherapie und therapeutischen Übungen auf, das darauf abzielt, Autonomie, Mobilität und Lebensqualität zu erhalten.“

Ein modell für die zukunft

Ein modell für die zukunft

Die Fundación Red Parkinson hat bereits drei Standorte in Madrid und plant, das Netzwerk weiter auszubauen. José Antonio Alonso, der Gründer der Stiftung, hat sich zum Ziel gesetzt, „eine Kette der Hoffnung“ zu schaffen. „Was ich sehen möchte, ist, dass es nach der Diagnose ein Leben gibt“, betont er.

Die Erfolge der Spieler, insbesondere die von Javier Pérez de Abéniz, der nach seiner Diagnose mit dem Tischtennis begann und mittlerweile Weltmeistertitel sammeln kann, sind ein Beweis für das Potenzial dieser Therapie. Er hat sogar ein Buch darüber geschrieben: „Los Reveses“ (Die Rückschläge).

Der Tischtennissport verlangsamt nicht nur die Symptome des Parkinson, sondern setzt auch Dopamin frei – ein Neurotransmitter, der für Freude und Motivation verantwortlich ist. Und während die Spieler auf den Platten von Triángulo del Oro ihre Duelle bestreiten, werden sie zu Botschaftern einer neuen Hoffnung für Millionen von Menschen weltweit.

Die nächste Weltmeisterschaft für Parkinson-Patienten findet im Oktober in Shanghai statt. Die Spieler von Triángulo del Oro sind bereit, ihr Können zu zeigen und die Welt zu inspirieren. Denn hier, in Madrid, wird bewiesen: Der Kampf gegen Parkinson kann auch ein Spiel sein – ein Spiel voller Freude, Hoffnung und unbändiger Lebenslust.