Tennis: sabalenka bangt um ihre flagge – itf blockiert rückkehr

Ein bitterer Rückschlag für Aryna Sabalenka und den belarussischen Sport: Trotz der Aufhebung der Sanktionen durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) verzichtet der Internationale Tennisverband (ITF) vorerst auf eine geänderte Vorgehensweise. Belarussische Tennisspielerinnen und -spieler müssen weiterhin unter neutraler Flagge antreten – eine Entscheidung, die die Weltranglistenerste Sabalenka enttäuscht hat.

Die itf bleibt hart – und sabalenka zeigt frustration

Die Entscheidung der ITF wirkt wie ein Schlag ins Gesicht für Sabalenka, die bereits in Rom ihre Hoffnung auf eine baldige Rückkehr unter weiß-rot geäußert hatte. „Ich hoffe wirklich, dass sie uns unsere Flagge zurückgeben“, sagte sie, „ich wäre extrem stolz darauf, Belarus zu vertreten.“ Doch die ITF hält an ihrer „bisherigen Haltung“ fest, wie es in einer knappen Mitteilung am Freitag hieß. Der belarussische Tennisverband bleibt, ebenso wie der russische, suspendiert.

Es ist ein Balanceakt zwischen politischem Druck und sportlicher Integrität. Das IOC hatte zwar signalisiert, dass Athleten aus Belarus wieder unter ihrer eigenen Flagge und mit ihrer Hymne an den Start gehen dürfen, sofern die jeweiligen Sportverbände dies erlauben. Die ITF scheint jedoch vorsichtiger zu sein. Die Entscheidung ist umso brisanter, da sie Sabalenkas Wunsch nach nationaler Repräsentation durchkreuzt und gleichzeitig die andauernde politische Sensibilität in der Sportwelt unterstreicht.

Hoffnungsschimmer im herbst?

Hoffnungsschimmer im herbst?

Ein kleiner Hoffnungsschimmer für belarussische Tennisspieler besteht darin, dass sich die Situation im Herbst ändern könnte. Auf der ITF-Jahreshauptversammlung im Oktober werden die stimmberechtigten ITF-Mitglieder über den Mitgliedsstatus des belarussischen Tennisverbands entscheiden. Die Entscheidung wird dann nicht mehr von der ITF-Leitung, sondern von den Mitgliedsverbänden selbst getroffen – was möglicherweise zu einer anderen Einschätzung führt. Die Zahl der Athleten, die durch diese Entscheidung betroffen sind, ist beträchtlich, und ihre Frustration ist spürbar.

Die aktuelle Situation bedeutet, dass bei internationalen Turnieren weder die weiß-rote Flagge noch die Nationalität der belarussischen Spielerinnen und Spieler in den Ergebnislisten erscheint. Ein Zustand, der die Identität der Sportlerinnen und Sportler erheblich beeinträchtigt und die Frage aufwirft, wie lange dieser Zustand noch andauern wird. Die ITF muss sich nun fragen, ob sie durch ihre Haltung nicht den Athleten das Recht auf nationale Repräsentation vorenthält.