Teheran blockiert wm-teilnahme: irans kader strandet im krisenchaos
Der Iran hat seinen Fußballern die Reise in die USA verboten – 75 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel. Begründung: „feindliche Staaten“ seien für iranische Athleten nicht sicher. Die Folge: Die Fifa muss umdisponieren, Fans warten auf eine Entscheidung, und die Spieler sitzen zwischen Fronten.

Der bann trifft die männer – die frauen sind längst im exil
Am 28. Februar gingen amerikanische und israelische Jets über iranischem Gebiet auf Tauchstation. Seitdem eskaliert der Konflikt täglich: Raketen auf Tel Aviv, Drohnen gegen US-Stützpunkte, Drohgebärden auf beiden Seiten. Wer jetzt erwartet, dass der Sport als neutraler Raum dient, irrte. Teheran führt das Verbot für „alle Nationalmannschaften und Vereine“ ein. Die Fußballer, die am 11. Juni in Los Angeles gegen Neuseeland und Belgien antreten sollten, dürfen nicht einreisen. Das Quartier in Tucson/ Arizona bleibt leer.
Die Nachricht kommt, während die Frauen-Nationalmannschaft schon vor den Geschützen steht. Anfang März verzichteten sie in Sydney auf die Hymne – Protest gegen das Regime. Die Reaktion folgte postwendend: Erst Beschimpfung als „Verräterinnen“, dann Asylanträge. Von ursprünglich sieben Flüchtlingen sind nur zwei Spielerinnen in Brisbane geblieben; die anderen zogen ihre Anträge zurück, aus Angst vor Repressalien gegen Familien im Iran.
Fifa-Präsident Gianni Infantino schwieg bislang. Die Verbände von USA, Mexiko und Kanada fordern eine Stellungnahme – schließlich sind Karten verkauft, TV-Rechte verteilt, Gruppen ausgelost. Ein Ersatzteam zu finden, das nachrückt, ist möglich, aber nicht kurzfristig. Die Uhr tickt. Wer springt ein, wenn die Iraner ausfallen? Und wer übernimmt die Kosten für neue Flug- und Hotelbuchungen?
Die Sportwelt schaut auf ein Schaulaufen der Macht. Während die Raketen über dem Persischen Golf zischen, bleibt ein leeres Trikot in Tucson auf der Stange hängen. Die WM-Geschichte schreibt sich nicht nur mit Toren, sondern auch mit Absagen – und diese trifft mitten ins Herz eines ohnehin zerrissenen Landes.
