Tebas zieht bilanz: barça-titel im clásico? „zu viele punkte, das nervt“
Javier Tebas trat am Dienstagabend in Madrid an, um eine goldene Ehrenplakette der ADESP entgegenzunehmen – und verließ die Bühne, nachdem er jeden heißen Fleck der LaLiga mit seinem Fußabdruck markiert hatte. Der Liga-Präsident sprach über ein mögliches Barça-Alirón im Clásico, den Fair-Play-Korsett des FC Barcelona, José Mourinho als potenziellem Real-Coach und die Spieler-Gewerkschaft AFE, die den Saisonstart auf den 15. August festgelegt sehen will. Seine Botschaft: Wer den Vertrag unterschreibt, spielt auch.
Barça vorzeitig meister? tebas will spannung bis zum letzten spieltag
Die Rechnung ist schnell gemacht: Gewinnt Barcelona am Samstag im Bernabéu, wäre der 27. Spieltag derjenige, auf den alle Culés seit vier Jahren warten. Tebas indes rümpft die Nase. „Ich mag Meisterschaften, die sich am letzten Spieltag entscheiden“, sagte er knapp. Die Logik des Marktes liege in der Ungewissheit, nicht im vorzeitigen K.o. Trotzdem: „Wenn es so kommt, akzeptiere ich es.“
Was ihn mehr stört als das „Wann“ ist das „Wie viel“. Barça kann die 100-Punkte-Marke noch erreichen – und das findet der Liga-Chef „zu viel“. Die Konkurrenz aus Madrid habe „unheimlich viele Punkte liegenlassen“, weshalb die Leistungsschere auseinandergeklafft habe. „Eine Liga jenseits der 90 Punkte gefällt mir nicht“, sagt Tebas und schickt damit eine indirekte Warnung an die sportlichen Direktoren: Managt eure Kader besser, sonst wird das Produkt Langeweile.

Fair-play-sperre: barça muss noch schuften
Der Name Julián Álvarez fällt in Spanien seit Wochen in einem Atemzug mit Barça. Tebas kühlt die Gerüchte ab. „Fair Play beginnt am 1. Juli. Heute kann kein Club Spieler registrieren“, erklärt er. Der Vorstand um Joan Laporta müsse „arbeiten, arbeiten, arbeiten“, um die 1:1-Regel überhaupt öffnen zu können. Die Botschaft: Kein Sonderweg für große Marken, die Rechnung kommt immer.

Mourinho? „ein showman – und genau das brauchen wir“
Fall Nr. 2: José Mourinho, derzeit ohne Job, aber mit offenem Flirt nach Madrid. Tebas, seit 2013 Liga-Präsident und erklärter Real-Madrid-Fan, gibt sich pragmatisch. „Wenn Mourinho der Wunsch von Real Madrid ist, wird es gut für Real Madrid sein. Und Mourinho ist Show, Spektakel – das ist gut für LaLiga.“ Es klingt wie eine Kampfansage an die PR-Abteilungen der Konkurrenz: Ein großes Gesicht zieht mehr Kameras als ein taktisches Meisterwerk ohne Story.
Streikdrohung der afe: „verträge gelten“
Die Spielergewerkschaft AFE hatte mit dem 15. August ein spätes Startdatum ins Gespräch gebracht, um die Sommer-Vorbereitung zu entzerren. Tebas lässt keinen Millimeter. „Wer den Kollektivvertrag bricht, handelt rechtswidrig. Verträge sind dafür da, dass man sie einhält.“ Die Liga habe „keine Zeit für Spielchen“, die TV-Rechte seien verkauft, die Termine fix. Die AFE müsse sich entscheiden: „Entweder man ist Partner oder Gegner – beides gleichzeitig geht nicht.“
Tebas verlässt den Saal mit einem Lächeln, das die Branche kennt: freundlich, aber messerscharf. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob seine Drohgebärde reicht, um Barcelona am 29. Spieltag noch einmal zittern zu lassen. Eines ist klar: Wer die Kontrolle über die Geschichte verliert, verliert auch die Quote. Und Quote ist in Zeiten von Streaming-Kriegen alles.
