Tavares erobert den thron einmal mehr – und lässt die liga atemlos
Das Bild der Saison 2023/24 ist identisch mit dem der Vorjahre: Walter Tavares, die 2,20-Meter-Sperre von Real Madrid, steht erneut auf dem Podest. Seit Einführung des Awards 2021 ist er der einzig mögliche Gewinner des „Mejor Defensor“ – eine Serie, wie sie die Liga Endesa noch nie erlebt hat.
Die jury spricht ein einziges wort: tavares
33 Punkte, zweimal so viel wie der Zweitplatzierte. Und das, obwohl 18 Trainer erstmals einbezogen wurden – mit dem Verbot, eigene Spieler zu nominieren. Das Ergebnis fällt trotzdem nicht breiter aus, sondern beweist die Dominanz des Kapverdians. Howard Sant-Roos (UCAM Murcia) und Kameron Taylor (Valencia) teilen sich Platz zwei mit je 14 Punkten, Brancou Badio und Ricky Rubio folgen mit 12 bzw. 11 Zählern. Allesamt glänzende Defensivspieler – aber nur Statisten in Tavares’ Theater.
Die Abstimmung selbst gleicht einem Krimi. Die Expertenrunde aus Ex-Spielern, Journalisten und Trainern legte im MARCA-Special offen, wie schwer es ist, jemanden außerhalb der Box zu finden, der Tavares’ Einfluss auch nur ansatzweise beschreibt. Carlos Suárez, Víctor Claver, Jorge Quiroga – alle drei vergeben ihre Drei-Punkte-Stimme an den Center. Nur Andrés Nocioni wagt eine Ausreißer-Nominierung mit Ousmane Diakité; prompt landet der Malier abgeschlagen außerhalb der Top 5.

Die trainer wählen – und bestätigen das narrativ
Moncho Fernández (Girona), Luis Casimiro (Breogán) und Arturo Ruíz (Granada) durften für das Kollegium sprechen. Keiner zweifelt: Die Liga tickt in der Zone nur noch nach Tavares’ Metronom. Seine Blockquote, die er diesmal bei 2,1 pro 36 Minuten hält, ist bloß die Spitze eines Eisbergs aus veränderten Wurfkonturen, abgelenkten Lay-ups und dem berüchtigten „Tavares-Tunnel“, durch den sich Angreifer lieber umdrehen als hindurchfliegen.
Die Konkurrenz? Auf dem Papier stark. In der Realität Statistiker. Howard Sant-Roos dürfte mit seinen 14 Punkten zufrieden sein, doch die Spanne macht die Botschaft klar: Solange Tavares seine Arme spreizt, bleibt der Award ein One-Man-Show. Die Liga kann sich warm anziehen – oder besser: kalt. Denn wer gegen Real ran muss, spürt künftig wieder die Schatten dieses Mannes.
Bei der Siegerehrung via Livestream flüsterte Moderator Luis Alberto Díaz halb im Scherz: „Vielleicht tauft man den Preis bald in ‚Tavares Trophy‘ um.“ Der Center lächelte – und wirkte, als hätte er längst damit gerechnet.
