Tatum kehrt zurück: 298 tage nach fersenplatte ist boston wieder heiß
Jayson Tatum ist zurück, und die Boston Celtics atmen auf. 298 Tage nach seinem Achillessehnenriss in Spiel 4 gegen die New York Knicks lief der 27-Jährige wieder auf – und das nicht in irgendeinem Spiel, sondern in Spiel 63 der Regular Season. Die Message ist klar: Die Titelverteidiger wollen sich nicht mit einem Übergangsjahr abspeisen lassen.
Die Zahlen? 15 Punkte, 12 Rebounds, 7 Assists in 27 Minuten. Klingt solide. Doch wer genau hinsieht, erkennt: Tatum ist noch nicht Tatum. Die ersten sechs Würfe gingen daneben, ein freier Dunk landete am Ring vorbei. „Ich war nervös“, sagte er nach dem 120:100 gegen Dallas. „42,5 Wochen ohne NBA-Tempo – das merkt man an jeder Bewegung.“
Warum dieses comeback mehr ist als ein spiel
Boston stand vor dem Abriss. Porzingis weg, Holiday weg, Tatum verletzt – viele sahen die Celtics im Osten schon abgeschrieben. Doch die Franchise liegt aktuell auf Platz zwei, und das nicht dank eines Soft-Rebuilds, sondern wegen einer Haltung. „Er wollte Teil von etwas Größerem sein“, sagte Jaylen Brown. „Das ist seine DNA.“
Coach Joe Mazzulla schwärmt nicht nur, er erklärt auch warum: „Er hat die OP, das Reha, die Psyche – alles in einem Paket bearbeitet. Als er mir sagte: ‚Ich will es versuchen‘, wusste ich: Der Mann wird nichts dem Zufall überlassen.“
Der Gegner passte. Dallas ist am Boden, fünf Niederlagen in Serie, die Defense wirkt lethargisch. Genau das, was Tatum brauchte: ein sicheres Umfeld, um sich wieder einzufinden. Doch der Zeitplan ist knapp. Noch zwölf Spiele bis zu den Playoffs, und Tatum muss sich in Echtzeit an Tempo, Kontakt und Drehpunkt gewöhnen.

Vucevic-ausfall trübt den tag
Zwischen all den guten Nachrichten ein Dämpfer: Nikola Vucevic brach sich den Finger, fällt mindestens vier Wochen aus. Der Center, erst im Februar von Chicago gekommen, sollte in der Endspielphase die Frontcourt-Last übernehmen. Nun rückt Al Horford wieder in den Fokus, und die Minute verteilt sich auf junge Beine wie Luke Kornet und Neemias Queta.
Doch Boston bleibt fokussiert. Die Celtics haben 2024 gezeigt: Verletzungen können Pläne verändern, aber nicht die Kultur. Tatum ist zurück, Brown trägt das Team, und Mazzulla schöpft aus einem tiefen Kader. Im Osten ist alles offen – und mit Tatum auf dem Feld ist Boston wieder der Gegner, den keiner ziehen wollte.
Die Saison beginnt erst jetzt. Und Tatum? Der hat bereits den härtesten Gegner besiegt: die Zeit.
