Tatjana marias albtraum in bogotá: idol der fans scheitert chancenlos
Die Liebe ist erkaltet. Tatjana Maria, die zweimalige Bogotá-Siegerin, verließ mit gesenktem Kopf und 3:6, 3:6 im Rücken die Arena – von der Polin Katarzyna Kawa regelrecht weggespült. Mit dieser Niederlage endet nicht nur ihre Titelverteidigung, sondern auch die Hoffnung, dass das Turnier ihr wieder die Form zurückschenkt.
Marias rückkehr endet im sand
Die 38-Jährige war nach Kolumbien gereist wie zu einem alten Freund, der ihr einst Selbstvertrauen schenkte. 2022 und 2023 krönte sie hier ihre Karriere neu, schuf Bilder, die in Bad Saulgau für Jubel sorgten. Doch diesmal blieb nur ein hohles Gefühl. Kawa, eine Sandplatz-Spezialistin mit kraftvollem Topspin, ließ der Deutschen keine Luft. Maria fand keine Antwort auf die tiefen Bälle, ihr Slice funktionierte nicht, der Aufschlag war harmlos. Die Statistik: acht Niederlagen in den letzten neun Matches. Die Botschaft: die Tenniswelt hat sich weiter gedreht.
Trainer Tim von Wobeser kaute nach dem Match auf seiner Lippe. „Wir haben auf früheren Erfolgen rumgeritten“, sagte er leise. „Tatjana muss neu erfinden, was Sandplatz-Tennis für sie bedeutet.“ Die Spielerin selbst wollte sich nicht in die Karten schauen lassen. Sie packte rasch ihre Taschen, winkte kurz Richtung Tribüne – dann war sie weg.

Deutsches damen-tennis verabschiedet sich früh
Mit Maria verschwindet auch die letzte deutsche Hoffnung. Schon zuvor hatte Ella Seidel in Runde eins den Koffer gepackt. Für den DTB ein weiterer Stolperstein auf dem Weg zu olympischen Punkten. Sportvorstand Barbara Rittner wird in den nächsten Tages Bilanz ziehen müssen: Außer Jule Niemeier, die in Charleston aufschlägt, fehlt ein konkurrenzfähiges Sandplatz-Quartett.
Die Kolumbianer selbst feiern. Ihr Turnier verliert mit Maria zwar ein Gesicht, gewinnt aber an Offenheit. Kawa trifft nun auf die Schweizer Jil Teichmann – ein Viertelfinale, das niemand auf dem Zettel hatte. Die Preisgelder hier sind bescheiden, 33.000 Dollar für die Siegerin. Doch die Punkte zählen. Und die Seelen.
Für Maria bleibt ein kleines Fenster: die Qualifikation für Roland Garros beginnt in fünf Wochen. Wer dort startet, muss nicht zwingend in Topform sein – aber er muss gewinnen. Die Faszination des Sports? Sie endet nicht mit einem verlorenen Satz. Sie beginnt wieder, wenn niemand zusieht.
