Tasci: vfb auf champions-league-kurs – und die wm-chancen?

Stuttgart – Serdar Tasci, der ehemalige Abwehrchef des VfB Stuttgart und aktuelles Mitglied im Aufsichtsrat, blickt im exklusiven Gespräch mit SWR Sport auf eine erfolgreiche Saison, die Rolle des Kontrollorgans und die anstehende Weltmeisterschaft. Sein Urteil: Der VfB ist auf dem besten Weg, und die deutsche Nationalmannschaft hat durchaus Perspektiven.

Die rückkehr in die königsklasse – und die herausforderungen

Nachdem der VfB Stuttgart sensationell die Qualifikation für die Champions League erreicht hat, stellt sich die Frage, wie der Verein diesen Erfolg nachhaltig sichern kann. Tasci, der selbst 2007 mit dem VfB Deutscher Meister wurde, weiß, worauf es ankommt: „Jetzt wieder Champions League zu spielen ist natürlich überragend für alle im Kader. Wir haben einen guten Kader, viele Spieler haben in den vergangenen Jahren wichtige Erfahrungen gesammelt. Deshalb bin ich mir sicher, dass wir besser abschneiden werden, als vor zwei Jahren.“ Die Herausforderung wird sein, den Kader zusammenzuhalten und gleichzeitig die Spieler vor der „Champions-League-Falle“ zu bewahren, denn der Erfolg macht auch andere Klubs auf die Talente aufmerksam.

Tasci betont: „Sobald ein Verein erfolgreich ist, werden die Spieler für finanzstärkere Vereine interessant. Da hilft es ungemein, diesen Spielern weiterhin die Möglichkeit bieten zu können, mit dem VfB in der Champions League zu spielen.“ Es gilt, die Attraktivität des Vereins zu erhalten und den Spielern die Perspektive zu bieten, sich in der Königsklasse weiterzuentwickeln.

Die rolle des aufsichtsrats und die sportliche expertise

Die rolle des aufsichtsrats und die sportliche expertise

Als Mitglied des Aufsichtsrats bringt Tasci seine langjährige Erfahrung als Profifußballer in das Gremium ein. Er erklärt: „Ich bin seit vergangenem Sommer Mitglied im Aufsichtsrat. Wenn es um den VfB geht und das Präsidium mich beruft, bin ich selbstverständlich bereit zu helfen. Es hat mich gereizt, meine Sportkompetenz in das Gremium einzubringen.“ Tasci stellt klar, dass die sportlichen Entscheidungen primär von Vorstand, Sportdirektor und Trainer getroffen werden, ergreift aber die Möglichkeit, seine Einschätzung einzubringen.

Beispielsweise bei der Vertragsverlängerung mit Deniz Undav und der Berufung von Dennis Seimen zum neuen Nummer eins. Tasci lobt Undav als „aktuell besten deutschen Stürmer“ und Seimen als „hochveranlagten Torwart“, der sich in Paderborn „sensationell entwickelt“ hat.

Die wm 2026: ein flow ist entscheidend

Die wm 2026: ein flow ist entscheidend

Mit Blick auf die anstehende Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA erinnert Tasci an seine eigene Teilnahme 2010: „Ich denke, dass wir einen guten Kader haben, auch wenn es sicherlich Nationen gibt, die personell stärker erscheinen.“ Er betont die Bedeutung des Turnierbeginns und des „Flows“: „In so einem Turnier ist es einfach wichtig, wie man reinstartet und dass ein Flow entsteht.“

Tasci verweist auf den Teamgeist, der 2010 bis ins Halbfinale führte und sieht auch in der aktuellen Nationalmannschaft „gute Charaktere dabei, zudem einen guten Mix aus jungen und erfahrenen Spielern“. Als Titelfavorit sieht er Frankreich, das er aufgrund des Top-Kaders als „ganz großen Topfavorit“ betrachtet, schwankt aber auch zwischen Frankreich und Spanien.

Die anstehende WM bietet dem deutschen Team die Chance, sich neu zu erfinden und eine erfolgreiche Zukunft zu gestalten. Tasci glaubt an das Potenzial der Mannschaft und hofft auf eine überzeugende Leistung im Turnierverlauf.