Tarrés: vom olympia-rausschmiss zur chinesischen spitze – und ein comeback?

Peking – Anna Tarrés, die Name, der in der Welt des Synchrön-Schwimmens für Triumph und Kontroverse steht, blickt zurück und nach vorn. Die ehemalige Star-Trainerin des spanischen Teams, die 2012 nach einer turbulenten Entlassung ins Medienecho geriet, feiert nun Erfolge in China und fühlt sich durch die Leistungen ihrer ehemaligen Schülerin Andrea Fuentes rehabilitiert. Doch was steckt hinter dieser bemerkenswerten Karrierewende?

Die schatten der vergangenheit: ein bitterer abschied

Für Tarrés war die Entlassung aus dem spanischen Nationalteam ein tiefer Einschnitt. Nach fünfzehn Jahren, in denen sie das Team von fast nichts zu einer globalen Macht geformt hatte – 52 Medaillen sprechen für sich – endete ihre Zeit abrupt. Die Anschuldigungen von Demütigung und der öffentliche Aufschrei ließen tiefe Wunden zurück. „Es war wie ein Wüstenbrand“, erinnert sich Tarrés in einem Interview, „wir fühlten uns ausgeschlossen, als gehörten wir nicht mehr dazu.“

Neuanfang im reich der mitte: tarrés prägt chinas synchrön-schwimmen

Neuanfang im reich der mitte: tarrés prägt chinas synchrön-schwimmen

Seit 2023 ist Tarrés nun die Bundestrainerin Chinas, einer Nation, die im Fehlen Russlands die Spitze des Synchrön-Schwimmens übernommen hat. Die Herausforderungen sind enorm, aber Tarrés scheint sich in ihrem Element zu fühlen. „Wir arbeiten hart auf die Asienspiele im September und bereiten uns dann auf die Weltmeisterschaft in Budapest und die Olympischen Spiele in Los Angeles vor“, erklärt sie. Ihr Ziel ist klar: Gold in Los Angeles 2028.

Das vermächtnis lebt weiter: andrea fuentes als würdige nachfolgerin

Das vermächtnis lebt weiter: andrea fuentes als würdige nachfolgerin

Besonders freudig stimmt Tarrés die Entwicklung ihrer ehemaligen Schülerin Andrea Fuentes. Fuentes, die nun die spanische Nationalmannschaft trainiert, feiert Erfolge und führt das Team zurück an die Weltspitze. „Andrea ist wie eine Fortsetzung dessen, was wir begonnen haben – Version 5.0“, schwärmt Tarrés. „Es ist ein großartiges Gefühl zu sehen, wie sie mit Herz, Leidenschaft und Wissen das Team wieder aufbaut.“

Die bittere wahrheit und ein gereinigter ruf

Tarrés spricht offen über die Vergangenheit und gesteht Fehler ein. „Wir haben sicherlich viele Dinge falsch gemacht, aber ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben.“ Der harte Kampf um ihren Ruf, der sie letztendlich vor Gericht siegen ließ, hat sie gestärkt. „Der Zeitgeist hat uns Recht gegeben“, sagt sie selbstbewusst. „Das ist das Wichtigste.“

Mehr als nur sport: disziplin, schmerz und die suche nach exzellenz

Tarrés betont, dass Erfolg im Sportniemals ohne Schmerz möglich ist. „Ich habe noch niemanden mit einer Goldmedaille gesehen, der nicht gelitten hat“, bemerkt sie. Ihre Philosophie basiert auf Disziplin, ständiger Selbstverbesserung und dem Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen. „Das ist der Weg zur Exzellenz.“

Ein blick in die zukunft: männer im synchrön-schwimmen und eine neue generation

Auch die Integration von Männern in den Synchrön-Schwimm-Sport sieht Tarrés positiv. „Die Männer haben eine entscheidende Rolle bei der Förderung dieser Sportart gespielt“, erklärt sie. Sie hofft, dass in Los Angeles 2028 erste Männer-Teams an den Start gehen werden. „Dennis González von unserem Club Natació Kallipolis hat das Potenzial, ein Vorreiter zu sein.“

Anna Tarrés hat eine bemerkenswerte Reise hinter sich. Von den Kontroversen in Spanien bis zum Erfolg in China – sie hat bewiesen, dass Leidenschaft, Disziplin und der Glaube an sich selbst Berge versetzen können. Und während sie auf die Olympischen Spiele 2028 hinarbeitet, bleibt eines gewiss: Tarrés wird auch weiterhin eine prägende Figur im Weltgeschehen des Synchrön-Schwimmens sein.