Taremi: „sport muss frieden stiften – politik lässt sich nicht einmischen“
Los Angeles – Mehdi Taremi, der iranische Nationalstürmer und ehemaliger Inter-Spieler, hat inmitten politischer Spannungen eine klare Botschaft an den Weltfußball gerichtet. Kurz vor dem WM-Spiel gegen Neuseeland betrat Taremi amerikanischen Boden, ein Schritt, der für viele seiner Landsleute aufgrund der angespannten Beziehungen zwischen dem Iran und den USA lange undenkbar schien. Doch der Stürmer konzentriert sich auf das Wesentliche: den Sport.
Ein fußballer zwischen fronten
Die Anreise nach Los Angeles war alles andere als einfach. Visumsprobleme und politische Differenzen erschwerten die Vorbereitung des iranischen Teams. Doch Taremi scheint unbeeindruckt. „Wenn ich rein physisch und mental spreche, fühle ich mich gut“, erklärte er in einem Interview. „Wir sind alle sehr konzentriert auf das Turnier. Auf dem Platz und beim Training machen wir alles normal.“
Die politischen Spannungen sind spürbar, aber Taremi weigert sich, sich davon beeinflussen zu lassen. „Ich denke, Sport und Politik sollten immer getrennt sein“, betonte er. „Sport steht für Respekt, Frieden und Einheit. Die Weltmeisterschaft hat Milliarden von Zuschauern und kann diese Werte fördern – nicht nur für den Iran, sondern für alle.“
Es ist eine Aussage, die in der aktuellen geopolitischen Lage Gewicht hat. Taremi erinnert daran, dass der Fußball eine Plattform für positive Botschaften sein kann, ein Hoffnungsschimmer in einer oft von Konflikten geprägten Welt. Der Stürmer fordert außerdem, dass Gastgeberländer die FIFA-Regularien einhalten und ihre Verantwortung wahrnehmen.

Mehr als nur ein spiel: eine botschaft des friedens
Das iranische Team möchte mehr vermitteln als nur sportliche Leistungen. „Wir wollen eine Botschaft des Friedens durch unser Spiel und unsere reiche Kultur senden“, sagte Taremi. „Die Medien zeigen das leider nicht richtig.“ Er hofft, dass die Welt die Stärke und den Zusammenhalt des iranischen Volkes erkennt. „Wir sind ein Team, keine Ansammlung von Einzelpersonen“, so Taremi.
Die Vorbereitung gestaltete sich aufgrund der veränderten Trainingsorte – von Arizona nach Tijuana – zwar schwierig, doch die Mannschaft arbeitet hart. Das Ziel ist klar: den Iran bestmöglich repräsentieren. Taremi und seine Kollegen sind sich bewusst, dass jeder Gegner im Turnier gefährlich ist, aber sie wollen sich nicht einschüchtern lassen. „Wir respektieren alle Gegner und konzentrieren uns auf die bestmögliche Vorbereitung für jedes Spiel.“
Nach einer erfolgreichen Zeit beim Olympiakos Athen, wo er seine Entwicklung als Fußballer weiter vorantreiben konnte, blickt Taremi in die Zukunft. „Ich denke, ich kann mich noch weiterentwickeln und möchte mich auf meine Arbeit konzentrieren.“ Auch wenn seine Zeit bei Inter Mailand mit einem schmerzhaften Champions-League-Finale endete, wird er die Nerazzurri immer in Ehren halten.
Die Erinnerungen an die Spiele in Mailand sind zwar wertvoll, doch Taremi konzentriert sich nun auf die aktuelle Aufgabe: die WM. „Dieses Turnier ist eine einzigartige Erfahrung, die wir alle ein Leben lang in Erinnerung behalten werden.“
