Tardif wirft das handtuch – iihf sucht neuen boss

Luc Tardif geht. Der Franzose, der seit 2021 das Schiff der Internationalen Eishockey-Föderation lenkt, verzichtet auf eine zweite Amtszeit. Oktober 2026 ist Schluss.

„Die iihf braucht frisches blut“

„Die iihf braucht frisches blut“

Die Nachricht schlug ein wie ein Bodycheck in die Bande. Nach 25 Jahren im Machtzentrum des Weltverbandes – erst als Kassierer, dann als Präsident – zieht sich der 73-Jährige freiwillig zurück. „Ich bin stolz, aber nicht eitel“, sagt Tardif in seinem Abschiedsstatement. Die Organisation sei finanziell gesund, die Strukturen stabil. Jetzt, so seine Logik, müsse jemand her, der mit dem Smartphone aufwächst, nicht mit dem Faxgerät.

Der Zeitpunkt ist kaltschnäuzig kalkuliert. Im Oktober findet der IIHF-Kongress in Helsinki statt, dort wird gewählt. Tardifs Rückzug öffnet das Feld für einen offenen Kampf um den Thron. Intern kursieren schon Namen: der Schweizer Hans Dobler, derzeit Vizepräsident, gilt als Favorit. Doch auch ein Kandidat aus Osteuropa ist im Gespräch – das Machtgefüge könnte sich komplett verschieben.

Für Deutschland ist die Entwicklung doppelseitig. Der DEB hatte 2021 mit Franz Reindl die letzte Chance auf den Präsidentenposten vergeigt. Tardifs Abgang bedeutet eine neue Tür, aber auch harte Konkurrenz. Die D-Mannschaft spielt sportlich in der zweiten Reihe, der Verband muss also politisch punkten.

Tardif selbst wird nicht in Rente gehen. Insider wissen: Der Franzose liebt die Bühne. Ein Posten bei der IOC-Kommission oder ein Beratervertrag bei der NHL sind möglich. Erst einmal aber feiert er sich selbst. Am Sonntagabend genehmigte er sich in seinem Pariser Büro ein Glas Cognac – auf 25 Jahre IIHF, auf fünf Jahre Präsidentschaft, auf einen Abschied, der kein Ende, sondern ein Neuanfang ist.