Nagelsmann zerstört wm-traum: „chancen sind sehr, sehr, sehr gering“

Julian Nagelsmann hat es in drei Worten gesagt, die durch die Kabine knallten: „Sehr, sehr, sehr gering.“ Damit ist klar: Ein DFB-Star wird die Heim-WM 2026 wohl nur als Zuschauer erleben.

Der name, der nicht fällt

Der Bundestrainer wollte beim offiziellen Interview des DFB nicht namentlich werden. Doar quienes estaban en la sala supieron de inmediato: habla de Leroy Sané. El extremo del FC Bayern cayó por tercera vez consecutiva de la nómina provisional. La razón: otra recaída en el ligamento de la rodilla derecha, esta vez en el entrenamiento del martes en Säbener Straße.

Nagelsmann ließ keinen Zweifel. „Wir müssen realistisch sein. Ein Spieler, der seit Januar nur 172 Minuten auf dem Platz stand, kann keine 90 Minuten auf internationalem Niveau geben.“ Die Statistik ist brutal: In dieser Saison kam Sané auf gerade einmal drei Kurzeinsätze in der Bundesliga, kein Tor, keine Vorlage.

Die stoppuhr tickt für alle beteiligten

Die stoppuhr tickt für alle beteiligten

Die Entscheidung muss bis 20. Mai fallen – genau 36 Tage vor dem Eröffnungsspiel in München. Das medizinische Team um Dr. Tim Meyer hat Nagelsmann ein Gutachten auf den Tisch gelegt: Selbst bei optimalem Heilverlauf wäre Sané erst in der K.o.-Phase einsatzfähig. „Und dann würde er ohne Rhythmus in ein Viertelfinjal einsteigen müssen“, so Nagelsmann. „Das ist kein Szenario, das wir planen können.“

Die Konkurrenz auf seiner Position dagegen ist in Topform: Florian Wirtz liefert bei Leverkusen Gala auf Gala, Jamal Musiala traf in den letzten fünf Länderspielen viermal. Selbst die Außenseiter Karim Adeyemi und Julian Brandt haben mehr Spielpraxis. „Wir bauen kein Museum der verletzten Stars“, sagte Nagelsmann trocken.

Sanés letztes aufbäumen

Sanés letztes aufbäumen

Der Spieler selbst will noch kämpfen. In der Whatsapp-Gruppe der Nationalmannschaft postete er ein Foto von sich auf der Laufbahn, dazu das Kapitän-Emoji. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Nagelsmann schickte ihm direkt die Audiospur des Interviews. Keine Worte, nur die Tonspur – Botschaft verstanden.

Die WM 2026 wird die erste seit 2010 ohne einen Sané im Kader. Für ihn persönlich eine Zäsur, für Nagelsmann eine Frage der Glaubwürdigkeit. „Wir versprechen der Nation, dass wir mit dem bestmöglichen Team antreten. Sentimentalität hat in dieser Phase keinen Platz.“

Am Freitagabend trifft der Bundestrainer die endgültige Entscheidung. Dann wird auch der Name fallen, der in der Nacht von Montag auf Dienstag noch in den Unterlagen stand – und danach gestrichen war. Sanés Traum lebt nur noch in der Theorie. In der Realität hat Nagelsmann sie bereits begraben.