Swiss league: visp zieht vor, sierre dreht spiel – die halbfinals kochen
Die Playoff-Luft wird dünner. In der Swiss League lieferten sich am Dienstag zwei Klubs spektakuläre Schlagabtausche, die die Serien neu justierten: EHC Visp zog gegen HC La Chaux-de-Fonds mit 3:2 davon, HC Sierre rang EHC Olten in der Verlängerung nieder. Die Karten sind neu gemischt – und die Nerven blank.
Visp nutzt den start, chaux-de-fonds kommt zu spät
Die Walliser Arena brummte schon früh. Alessandro Lurati schlenzte nach vier Minuten das 1:0 – sein fünfter Playoff-Treffer, eine persönliche Bestmarke. Nur 120 Sekunden später legte Noah Fuss nach, Sekunde vor der zweiten Pause erhöhte der Berner Leihgabe sogar auf 3:0. Die Gäste wirkten wie angeschossen, weil Visp jeden Zweikampf zog wie ein Seil.
Doch Hockey ist Momentum. Im Schlussdrittel erwachte Chaux-de-Fonds: Emil Molin traf zweimal binnen fünf Minuten, Keeper Davide Pascal wurde zum Statistiker, weil seine Vorderleute plötzlich den Puck nicht mehr rausbekamen. Coach Patrick Emond nahm den Goalie raus, doch die letzten 90 Sekunden überstand Visp in Unterzahl – und hütet nun die 2:1-Serienführung.

Sierre schlägt zurück – olten verspielt führung zweimal
Im zweiten Halbfinale startete EHC Olten furios: Nolan Cattin netzte nach elf Minuten ein, William Hedlund erhöhte im Mitteldrittel auf 2:0. Die Gäste hatten das Spiel im Griff, bis Sierre innerhalb von vier Minuten ausgleichen konnte. Erst Robin Carruzzo, dann Jan Mosimann – zwei Konter, zwei Gänge, zwei Tore. Plötzlich stand es 2:2.
Die Entscheidung fiel erst in der Verlängerung. Hedlund schien Olten erneut auf die Siegerstraße zu befördern, doch Maxime Montandon konterte postwendend. In der 67. Minute dann die Szene des Abends: Hawryluk erwischte einen Gegner hoch mit dem Stock, Sierre spielte Powerplay – und Leonardo Fuhrer schlenzte die Scheibe aus spitzem Winkel ins Netz. Die Arena explodierte, die Serie steht 2:1 für Sierre.
Fazit: Die Halbfinals sind offen wie nie. Visp und Sierre haben die Heimvorteile verteidigt, doch Chaux-de-Fonds und Olten bewiesen Moral bis zur letzten Sekunde. Am Donnerstag steht Spiel vier an – wer dann nicht gewinnt, muss im Rückspiel alles riskieren. Die Saison ist auf des Messers Schneide, und die Schaufel ist schon gewetzt.
