Swiss league flippt: visp und sierre entfachen playoff-krimi mit späten wendungen

Die dritte Halbfinal-Nacht der Swiss League war kein Abend für schwache Nerven. In Visp brannte die Arena, in Sierre schlug das Pendel. Nach 60 Minuten plus Verlängerung stehen zwei Dinge fest: Der EHC Visp führt gegen La Chaux-de-Fonds 2:1, und der HC Sierre hat Olten die Serie gedreht. Beide Spiele lieferten dieselbe Lektion: Wer hier abschaltet, fliegt raus.

Visp gegen La Chaux-de-Fonds begann wie ein Walliser Lawinenlauf. Schon nach 240 Sekunden nagelte Alessandro Lurati seinen fünften Playoff-Treffer links oben ins Kreuz – 1:0. Noah Fuss legte in der 13. Minute nach, noch vor der zweiten Drittelpause erhöhte der Berner Leihgabe auf 3:0. Die Gäste wirkten wie eingefroren, das Wallis wie entfesselt.

52. Minute: molins doppelpack jagt visp in die angststarre

Doch die Negativ-Serie der Chaux-de-Fonner war noch nicht geschrieben. Emil Molin erinnerte in der 52. Minute daran, warum die Swiss League für ihre Comebacks berüchtigt ist. Sein erstes Tor ließ Visp aufhorchen, sein zweites fünf Minuten später ließ die Bank erzittern. Plötzlich stand es 3:2, Torhüter Völlmin war raus, sechs Feldspieler drängten auf den Ausgleich. Die Uhr tickte, die Scheibe flog, das Publikum schrie sich heiser. Letzte Sekunde – Pfeife. Visp rettete den 2:1-Serienvorsprung buchstäblich über die Zeit.

Zweites Blatt, zweites Drama. In Sierre erwischte Nolan Cattin den EHC Olten schon nach elf Minuten kalt – 0:1. William Hedlund schraubte in der 33. Minute auf 0:2, die Gäste dominierten wie ein Erstligist im Freundschaftsspiel. Dann schlug der HC Sierre binnen 240 Sekunden doppelt zurück. 2:2, und die Powerplay-Trommeln im Stadion donnerten bis in die Pause.

Overtime: fuhrts handgelenk bestraft olten nach strafe gegen hawryluk

Overtime: fuhrts handgelenk bestraft olten nach strafe gegen hawryluk

Im letzten Drittel schien Hedlund erneut der Held zu werden – 2:3 nach 44 Minuten. Doch Maxime Montandon antwortete nur 120 Sekunden später. 3:3, Verlängerung. In der Overtime zog Justin Hawryluk den Stock zu hoch, Schiedsrichter Stricker zeigte sofort Strafe. Leonardo Fuhrts Handgelenk ließ keine Frage offen: 4:3, Serie gedreht, Sierre jubelt, Olten fragt sich, wie schnell eine Führung schmelzen kann.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Drei Spiele, zwei Siege nach Rückstand, zwei Tore in den letzten zehn Minuten. Die Swiss League ist keine Liga für Betriebsruhe. Wer hier nicht bis zur letzten Sekunde beißt, bekommt die Zähne ausgeschlagen. Und morgen? Dann steht Spiel vier an. Visp will die Serie zumachen, Sierre will Olten erneut auf die Bretter legen. Kein Trainer wird vor dem Abschied seiner Stürmer warnen, kein Fan wird früher rausgehen. Die Playoffs sind kein Ort für Gewissheiten – nur für Herzinfarkte.