Swiatek trennt sich von super-coach fissette – titel-flaute zwingt zum schnitt
Iga Swiatek hat den Stecker gezogen. Nach nur 14 Monaten und drei Turniersiegen beendet die 24-jährige Polein die Zusammenarbeit mit Wim Fissette – und das, während ihr Name noch auf den Trophäen von Wimbledon, Cincinnati und Seoul glänzt.
Die Kündigung folgt auf eine 6:12-Bilanz in der noch jungen Saison 2026. Swiatek verlor in Indian Wells gegen Elina Svitolina (Viertelfinale) und scheiterte in Miami an Magda Linette – erstmals seit fünf Jahren vor dem Achtelfinale. Der Ranglistenthriller: Sie rutschte auf Platz drei ab, hinter Elena Rybakina.
Fissettes erbe: fünf nummer-eins-schüler, kein dauerbrenner
Der Belgier galt als Königsdisziplin unter den Coachs. Kim Clijsters, Simona Halep, Victoria Azarenka, Angelique Kerber, Naomi Osaka – alle holten sich mit ihm Großtitel. Doch seine Paradedisziplin war stets der schnelle Erfolg, nicht das Langzeitprojekt. Swiatek war seine sechs Nummer eins, nun auch seine sechs Trennung.
Intern heißt es, Swiatek habe „kreative Differenzen“ moniert. Fissette pochte auf ein aggressiveres Netzspiel, Swiatek wollte ihre variable Grundlinie behalten. Die Zahlen sprechen für sich: Ihre Winner-Quote sank von 47 % auf 39 %, die Fehlerquote stieg um 4 %.
Swiatek selbst formulierte höflich: „Ich habe mich für einen neuen Weg entschieden. Wim, danke für die Lektionen.“ Kein Tränenbildchen auf Instagram, kein gemeinsames Abschiedsvideo – nur ein kurzer Satz, der in der Tenniswelt wie ein Seitenwechsel klingt.

Jetzt kommt der eigentliche test
Ohne Fissette reist Swiatek nach Europa – und muss beweisen, dass ihr Spiel nicht nur die Marke des belgischen Taktikers war. Die Clay-Saison beginnt in drei Wochen, ihr Lieblingsbelag. Dort gewann sie 2022 und 2023 je vier Titel. Werden die Bälle wieder langsamer, könnte auch das Selbstvertrauen zurückkommen.
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Rybakina, Sabalenka und Coco Gauff haben ihre Teams stabilisiert, während Swiatek wieder bei Null anfängt. Die nächste Trainerfrage ist offen, das nächste Rennen gegen die Zeit läuft. Wer sich nicht schnell entscheidet, verliert im Sommer vielleicht mehr als nur Punkte – sondern den Anschluss an die Spitze.
