Swiatek feuert fissette – wimbledon-sieg reicht nicht mehr
Iga Swiatek schlägt ein neues Kapitel auf, obwohl das alte erst vor 18 Monaten begann. Die sechsmalige Grand-Slam-Championin trennte sich mit sofortiger Wirkung von Wim Fissette, jenem Coach, der sie auf dem Rasen von Wimbledon zum Sieg führte. Die Meldung kam am Sonntagabend via Instagram – knapp, emotionsarm, fast schon kühl.
Die trennung folgt auf die erste auftaktniederlage seit vier jahren
Nur wenige Tage zuvor hatte Swiatek in Miami gegen ihre Landsfrau Magda Linette das erste Runden-Aus eines Turniers kassiert, seit sie 2021 bei den WTA-Finals scheiterte. Die 23-Jährige wirkte anschließend wie ein Mensch, der sich selbst nicht mehr versteht: „Tennis fühlt sich bei mir im Kopf ziemlich kompliziert an. Ich weiß, dass es eigentlich einfach sein sollte.“ Ein Satz, der mehr offenbart als jede Pressekonferenz.
Fissette selbst reagierte mit einem knappen „Vielen Dank für die gemeinsame Zeit“ – mehr war nicht zu lesen. Die Belgier-Karriere als Super-Coach scheint damit ins Stolpern geraten: Nach der Trennung von Naomi Osaka verlor er nun auch Swiatek, seine zweite Nummer-eins-Schützling innerhalb von zwei Jahren. Die Bilanz mit der Polin liest sich dennoch makellos: 18 Monate, fünf Turniersiege, darunter Wimbledon 2025, und die Rückkehr auf Platz eins der Weltrangliste.

Swiatek sucht wieder die schlichtheit, die sie verloren hat
Doch Zahlen lügen nicht – und sie verraten auch, warum Swiatek jetzt einen Cut riskiert. Seit dem US Open 2025 holte sie nur noch ein einziges Turnier. Die Quote gegen Top-20-Spielerinnen sank auf 58 Prozent, die einst so sichere Vorhand verwandelte sich in ein Roulette-Spiel. Wer Swiatek in den vergangenen Wochen trainieren sah, dem fiel auf: Die Körpersprache war steif, die Schritte zu spät, die Blicke zu oft zum Coach-Balkon.
Jetzt steht Swiatek erneut ohne festes Konzept da – und das kurz vor der Sandplatz-Saison, ihrer eigentlichen Paradedisziplin. In Roland Garros will sie im Mai ihren dritten Titel in Folge holen, doch dafür braucht sie einen neuen Kopf, vielleicht sogar ein ganz altes Gefühl. Die Suche nach einem Nachfolger läuft offenbar schon. Insider tippen auf Tomasz Wiktorowski, den Ex-Coach von Agnieszka Radwanska, der polnisch spricht und die Spielerin noch aus Juniorenzeiten kennt.
Für Fissette bleibt die Erkenntnis: Auch ein Wimbledon-Sieg sichert kein Arbeitsverhältnis. Für Swiatek bleibt die Erkenntnis: Auch eine Nummer eins ist nur so gut wie ihr letztes Match. Die Uhr tickt – und der Sand von Paris wartet.
