Sven ulreich kehrt ins tor zurück – nach dem schwersten schicksalsschlag

Am Samstag steht er wieder zwischen den Pfosten. Sven Ulreich, 37, Bayerns Nummer 3, der nie die Nummer 1 wurde, aber immer da war. Jetzt, nach 18 Monaten ohne Pflichtspiel, nach dem Tod seines Sohnes, nach Monaten der Stille.

Der tag, an dem alles stillstand

Der 21. September 2024 war sein letztes Spiel. 5:0 in Bremen, weiße Weste. Danach nichts. Kein Tor, kein Jubel, nur das Leben, wie es Menschen zerbricht. Sein Sohn starb im Sommer. Ein Kind, das lange krank war. Der Klub schwieg, die Medien schwiegen, Ulreich trauerte im Schutz der Münchner Familie.

Jetzt ist Jonas Urbig mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus, Manuel Neuer zerrt an der Wade. Und wieder ist es Ulreich, der einspringt. Wie 2015, als er vom Abstieg des VfB Stuttgart kam. Wie 2021, nach seinem Jahr in Hamburg. Immer dieselbe Rolle: der Deppendable, der Ersatzmann, der Profi.

Warum er bleibt, obwohl er gehen könnte

Warum er bleibt, obwohl er gehen könnte

Die Entscheidung steht bevor. Ein neuer Einjahresvertrag liegt bereit, sagt der Klub. Ulreich muss nicht mehr spielen. Er könnte aufhören, mit 37, mit Geld, mit Titeln. Aber er will. Weil das Tor der einzige Ort ist, wo er für 90 Minuten nicht denken muss. Wo der Ball wichtiger ist als der Schmerz.

Hinter ihm sitzt am Samstag ein Jugendlicher. Leonard Prescott ist 16, wurde schon nach Ataluna mitgenommen. Oder Jannis Bärtl, 19, der in der Regionalliga spielt. Ulreich wird sie anleiten, wie er es immer tut. Ohne viele Worte, mit Handschuhen, die schon tausend Bälle hielten.

In Leverkusen wird er auflaufen, 37 Jahre alt, Vater, Torwart, Überlebender. Keine Geschichte über Heldentum, sondern über Weitermachen. Weil manchmal das einfache Stehenbleiben die größte Leistung ist.