Suzanne lenglen: die revolutionärin, die das tennis veränderte

Vor 127 Jahren erblickte Suzanne Lenglen das Licht der Welt – und revolutionierte nicht nur das Tennis, sondern auch die gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit. Ihre Karriere, geprägt von Dominanz und einem unkonventionellen Auftreten, hallt bis heute nach.

Ein wimbledon-schock im jahr 1919

Der 7. Juli 1919: Suzanne Lenglen betrat den Center Court von Wimbledon und brach mit den starren Regeln der damaligen Zeit. Ihre Bob-Frisur, das schicke Kopftuch und der Rock, der ihre Knöchel freilegte, waren ein Kulturschock für das traditionsbewusste Wimbledon. Im Gegensatz zu ihrer Gegnerin, Dorothea Douglass-Chambers, die dem damaligen Frauenbild entsprach, verkörperte Lenglen den Geist der „Goldenen Zwanziger“ – eine Zeit des Umbruchs und der neuen Freiheit.

Die göttliche: dominanz und glamour

Die göttliche: dominanz und glamour

Lenglen war mehr als nur eine talentierte Tennisspielerin; sie war eine Ikone, eine Göttin. Ihr Spitzname „La Divine“ spiegelte ihren außergewöhnlichen Charme und ihre Bühnenpräsenz wider. Sie verstand es, das Publikum zu fesseln, nicht nur durch ihr Spiel, sondern auch durch ihr extravagantes Auftreten. Jean Patou, der Modeschöpfer, machte sie zur Muse seiner Sportkollektionen und präsentierte sie in Wimbledon in einem Kleid, das die Oberarme entblößte und den Rock bis zum Knie kürzte – ein weiterer Schritt in der gesellschaftlichen Revolution.

Mehr als nur ein sportler: eine pionierin der mode

Mehr als nur ein sportler: eine pionierin der mode

Die Faszination für Lenglen ging weit über den Sport hinaus. Sie beeinflusste die Mode, die Schönheitsideale und trug dazu bei, das Image des Tennis als sportliche Hochburg der Eleganz zu etablieren. Ihre Outfits inspirierten die Entwicklung der weiblichen Bademode und machten gebräunte Haut zum Statussymbol, das zuvor als Zeichen niedrigerer Schichten galt.

Chronische krankheit und ein früher tod

Chronische krankheit und ein früher tod

Hinter dem Glamour und der Dominanz verbarg sich eine chronische Krankheit. Lenglen litt an Asthma und anderen gesundheitlichen Problemen, die ihr Vater, ein Transportunternehmer, durch den Sport zu lindern suchte. Trotz dieser Herausforderungen errang sie während ihrer Amateurzeit unglaubliche 250 Titel, darunter sechs Wimbledon-Siege und zahlreiche Olympiamedaille. Ihre Bilanz von lediglich einem verlorenen Match zwischen 1919 und 1926 ist bis heute unerreicht.

Ein vermächtnis, das weiterlebt

Obwohl ihr Leben tragisch früh endete – sie verstarb 1938 im Alter von nur 39 Jahren – lebt die Legende von Suzanne Lenglen weiter. Der Court A der French Open trägt ihren Namen, und der Siegerpokal des Dameneinzels, „La Coupe Suzanne Lenglen“, ist ihr ewiges Denkmal. Ihre revolutionäre Art zu spielen und zu leben hat das Tennis nachhaltig geprägt und den Weg für zukünftige Generationen von Spielerinnen geebnet.