Stuttgart wird zur turn-arena: 24 nationen jagen den dtb-pokal-traum

Die Porsche-Arena bebt schon vor dem ersten Sprung. Vom 19. bis 22. März verwandelt sich Stuttgart wieder in die Welthauptstadt des Turnens – und diesmal steht mehr auf dem Spiel als nur Edelmetall. 24 Länder schicken ihre besten Köpfe, darunter Olympia- und WM-Medaillengewinner, um sich im DTB-Pokal zu messen. Die Devise lautet: Mixed-Cup, Team-Challenges, Gerätefinals – drei Formate, eine Bühne, null Kompromisse.

Der mixed-cup ist das herzstück

Samstagabend, Spotlights an, Publikum auf 6.000 – dann geht der Mixed-Cup über die Bühne. Sechs Athleten pro Team, drei Frauen, drei Männer, vier Geräte, ein Ziel: Finale. Nach drei Runden entscheidet die Platzung, wer ins Gold-Finale einzieht und wer um Bronze kämpft. Deutschland reist mit Karina Schönmaier, der zweimaligen Europameisterin, an. Neben ihr turnen Lea Quaas und Silja Stöhr. „Wir wollen den Heimvorteil nutzen, nicht nur showen, sondern punkten“, sagte Bundestrainer Gerben Wiersma gestern in der Trainingshalle. Der Gegner ist kein Geheimnis: Australien, Kanada und die Schweiz haben ihre Top-Formation gemeldet.

Team-challenges: punkten mit system

Team-challenges: punkten mit system

Die klassischen Team-Challenges laufen anders als im Weltcup-Modus. Die 24 Nationen sind in zwei Gruppen gelost, innerhalb jeder Gruppe gibt’s Kopf-an-Kopf-Duelle. Es zählen nur die drei besten Noten pro Gerät – das schont Nerven, treibt aber auch Risiko. „Ein Sturz kann das Aus bedeuten“, erklärte Timo Eder, EM-Gold auf dem Reck, nach dem Training. Für Deutschland starten neben Eder auch Nils Dunkel und Alexander Kunz. Wer am Ende an welchem Gerät turnet, bleibt bis zuletzt offen – die Trainer wollen sich die taktische Flexibilität offenhalten.

Junior-wettbewerb: talente statt stars

Junior-wettbewerb: talente statt stars

Zwei Tage lang stehen die Junioren im Mittelpunkt. Für viele von ihnen ist der DTB-Pokal die erste Großbühne vor internationaler Kulisse. Die DTB-Nachwuchsakademie hat extra ein Entwicklungsprogramm aufgelegt: Mentoring durch Olympiateilnehmer, Videoanalyse live auf dem Handy und ein Q&A mit Richterinnen. „Wir wollen nicht nur gewinnen, wir wollen Zukunft bauen“, so DTB-Sportdirektorin Petra Hartmann. Die Final-Quali ist hart: Nur die Sechs besten eines Geräts rutschen ins Finale. Wer hier landet, hat gute Karten für den Sprung in den erweiterten Kader der Senioren.

Die deutsche medaillenbilanz – ein blick zurück

Die deutsche medaillenbilanz – ein blick zurück

2025 holte das Mixed-Team Silber – hinter den USA, vor Brasilien. In den Team-Challenges blieb das Podest außen vor. Die Bilanz ist kein Makel, aber ein Mahnmal. „Wir haben die Erfahrung gesammelt, jetzt kommt die Antwort“, sagt Wiersma. Die internationale Konkurrenz kennt keine Gnade: Die USA verzichten diesmal auf ihre Topstars, dafür melden Japan und China volle Punktemaschinen. Die Statistik spricht klar: Seit 2010 stand Deutschland nur dreimal ganz oben – das will man ändern.

So sehen die termine aus

So sehen die termine aus

Der Wettkampfplan ist kompakt: Am Donnerstag starten die Junioren mit Qualifikation und Team-Finale. Freitag folgen die Senioren-Team-Challenges, Samstag steigt der Mixed-Cup-Spektakel, Sonntag klingt alles mit den Gerätefinals aus. Eintrittskarten sind restlich erhältlich, die ARD überträgt live, der SWR liefert Social-Media-Clips mit Mikrofon und Slow-Motion. Wer nicht vor Ort ist, kann via Hashtag #DTBPokal26 mitdiskutieren – die Athleten antworten direkt aus der Mixed-Zone.

Die Arena wird wieder ein Pulverfass. Die Frage ist nicht, ob es knallt, sondern wann – und wer nach vier Tagen den Pokal in der Hand hält. Die Antwort liegt in Stuttgart, nicht in der Theorie.