Sturz in planica: 21-jähriger fliegt gegen den hang und bricht weltcup-auftakt
Der Wind riss ihm die Ski weg, die Kontrolle war weg – und die Flugschanze Planica wurde zur Fallgrube. Der slowenische Springer Nik Heberle krachte beim Einfliegen gegen den Aufsprunghügel, rutschte kopfüber den Hang hinunter und blieb reglos liegen. Die 15-minütige Zwangspause war nur der erste Einschnitt: Eine Stunde später war die Schanze dicht, das Training abgebrochen.
Keine schweren verletzungen – aber angst bleibt
Die Rettungskräste waren blitzschnell, Heberle kam bei Bewusstsein ins Krankenhaus Jesenice. CT-Bilder zeigen: kein Hirntrauma, keine Wirbelsäulenfraktur. Dennoch bleibt er bis Donnerstag unter Beobachtung. „Wir atmen auf“, sagt Verbandsarzt Dr. Marko Ravnik, „aber so ein Aufprall auf hartem Schnee hinterlässt Spuren.“
Der 21-Jährige war in Planica nur Ersatzmann für den Continental-Cup, doch seine Instagram-Story vom Morgen – strahlend mit Helm in der Startklappe – machte ihn zum Gesicht des Tages. Jetzt steht seine Zukunft auf der Kippe, denn die Quali für das Weltcup-Finale startet bereits heute.

Schanzenboss zieht notbremse – wind war zu wild
Die Windgeschwindigkeit sprang von 2 auf 8 m/s, Böen rissen die Sprunganalyse. Schanzenchef Janez Grimsa entschied: „Sicherheit geht vor Spektakel.“ Die Entscheidung kam spät, aber konsequent. Athleten wie Karl Geiger und Stefan Kraft hatten schon protestiert, nach dem Sturz war Schluss.
Die Folge: Die übrigen Testdurchgänge entfallen, die Athleten müssen sich auf veraltete Winddaten verlassen. Für die deutsche Mannschaft ein zusätzlicher Stressfaktor – vor allem für Markus Eisenbichler, der nach seiner Rippenprellung noch keine Flugminute auf der Velikanka hat.

Frauen fliegen erstmals – und das finale droft zu zersplittern
Während die Männer am Freitag und Sonntag um die Gesamtwertung kämpfen, steigt am Samstag historisches Frauen-Skifliegen. Doch die Unwetterprognose wirft Schatten: Orkanböen von über 100 km/h könnten die Veranstaltung abblasen. Die Organisatoren prüfen bereits, das Teamfliegen auf Montag zu verlegen – ein Novum in der 30-jährigen Geschichte der Raw-Air-Tour.
Die Athleten reagieren mit gemischten Gefühlen. „Wir wollen fliegen, nicht reiten“, sagt Österreichs Lisa Eder, „aber wenn die Schanze zur Waffe wird, bin ich raus.“
Für Nik Heberle bleibt vorerst nur das Krankenbett. Ob er morgen zur Quali zurückkehrt, entscheidet sich in den nächsten Stunden. Die Mediziner nennen es „eine 50:50-Chance“. Die Schanze aber wartet – und sie verzeiht keine Fehler.
