Sturms bruins knallen detroit, draisaitl fliegt nach münchen – playoff-karten neu gemischt

Die Boston Bruins haben in der Nacht auf Samstag die Detroit Red Wings mit 4:2 niedergebrannt – und damit nicht nur Marco Sturms alten Clubkollegen Moritz Seider gebremst, sondern auch das Wildcard-Rennen in der Eastern Conference neu erfunden. Die Bruins springen auf Rang neun, zwei Punkte vor Detroit, drei vor Ottawa. Für Sturm ist das mehr als ein Erfolgserlebnis: Es ist seine Visitenkarte als Chefcoach in der heißesten Phase der Saison.

Reichel blieb leer, seider liefert

Lukas Reichel, 48 Stunden nach seinem Traumdebüt gegen Winnipeg, konnte diesmal keine Punkte schreiben. Dafür sorgte Moritz Seider mit einem Assist für die einzige deutsche Farbe bei den Red Wings – zu wenig, um die Niederlage zu verhindern. Die Defensive Detroits wirkte in der zweiten Periode wie gelähmt, als Boston in 91 Sekunden zwei Tore erzielte und die Red Wings vor 19.515 Zuschauern im Little Caesars Arena in Schockstarre versetzte.

Die Statistik lügt nicht: Detroit kassierte in den letzten zehn Spielen sieben Niederlagen – und hat damit die Playoff-Tür weit aufgestoßen für Ottawa. Die Senators schlugen Toronto mit 5:2, Tim Stützle traf nach 87 Sekunden zum 1:0 und legte damit den Grundstein für den Rivalen-Sieg. Ottawa ist nur noch drei Punkte hinter Detroit, hat aber zwei Spiele weniger absolviert. Die Luft wird dünner für Seider & Co.

Draisaitl fliegt, oilers stolpern

Draisaitl fliegt, oilers stolpern

Im Westen hat sich die Lage für die Edmonton Oilers dramatisch zugespitzt. Ohne Leon Draisaitl, der mit einer Unterkörperverletzung nach München zur Behandlung flog, verloren die Kanadier gegen Tampa Bay 2:5. Die Oilers rutschen auf Rang sechs, nur vier Punkte vor dem ersten Nicht-Playoff-Platz. Draisaitl wird laut Teamangaben den Rest der Regular Season verpassen – ein Schock für Edmonton, das in den letzten 15 Partien nur fünf Siege holte.

Die nächsten zehn Tage entscheiden über Sehnsucht oder Sommerpause. Für Sturm ist die Mission klar: „Wir müssen jedes Spiel wie ein Finale angehen.“ Die Bruins haben noch sechs Partien auf dem Plan, darunter ein direktes Duell bei Ottawa. Wer dort gewinnt, rückt näher an das große Ziel. Wer verliert, kann die Golfclubs auspacken.

Die Playoff-Luft wird eiskalt – und für drei deutsche Spieler könnte sie schon in zwei Wochen endgültig dünner werden.