Sturm versinkt im eis: wild patschen trotz tabellenkurs
Die Minnesota Wild treten seit Tagen auf der Stelle – und Nico Sturm rutscht mit. 1:3 gegen die Utah Hockey Club, das zweite Debakel nach der Pause, und der deutsche Center schreibt weiter Nullen hinter seinen Namen: keine Tore, keine Assists, nur neun Minuten Eiszeit, in denen sich kaum eine Spur von seinem sonst so lauten Spiel findet.
Kampf gegen die eigene formkurve
Das Team steht noch immer komfortabel bei 35 Siegen und 16 Niederlagen, doch die Tabelle lügt manchmal. Die Wild wirken müde, als hätten sie den Olympia-Ausflug nach Montreal noch nicht abgeschüttelt. Sturm, zweimaliger Stanley-Cup-Gewinner, schindet Eiszeit wie ein Rookie, der sich einen Platz erkämpfen muss. Dabei war er vor der Pause noch der Energiebündel, der jeden Check mit dem Grinsen quittierte.
Trainer John Hynes rotiert die Reihen durch, doch Sturms Linie bleibt stumm. Die Analysen zeigen: Er verliert mehr Puckbattles als in der gesamten Vorsaison zusammen. Die Quote? 38 Prozent Faceoff-Erfolg in den letzten drei Spielen. Das ist kein Zufall, das ist ein Trend.
Die playoffs rücken näher – und die uhr tickt
In zwei Wochen beginnt die Wild-Card-Jagd. Die Konkurrenz schläft nicht: Winnipeg gewinnt, Nashville schraubt sich heran. Minnesota braucht aber nicht nur Punkte, sondern Identität. Dieses Team wurde gebaut auf Vorcheck und Schnelligkeit, doch gerade diese Tugenden versickern im neutralen Zone-Trab.
Sturm weiß das. Nach dem Schlusssirene eilte er gestern ohne Blick zur Pressezone, Helm tief ins Gesicht gezogen. Im Katakomben-Fluorescentlicht wirkt er kleiner als sonst. Die Frage ist nicht, ob er den Stecker wieder findet – sondern wie lass er sich noch Zeit lässt.
Die Wild fliegen heute nach Seattle, wo die Kraken auf eigene Playoff-Hoffnungen nagen. Ein Sieg würde Minnesota Luft verschaffen, Sturm aber endlich wieder eine Zahl auf die Anzeigetafel bringen. Die Uhr tickt. Und im Februar zählt jeder Tag doppelt.
