Sturm und die bruins drehen 0:3-krise und jagen den cup mit sieg nr. 5 in serie
Die Boston Bruins schaukeln sich in Ekstase. 0:3 nach 20 Minuten in Columbus – für viele Teams die Vorfreude auf die nächste Partie. Für Marco Sturm und seine Truppe der Auftakt zu einer Nacht, die in die Klubchronik eingeht. 4:3 nach Shootout, fünfter Sieg in sechs Spielen, Platz eins im Wild-Card-Rennen. Die Eastern Conference zittert.
Arvidsson wird zur one-man-show
11 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit knallte Viktor Arvidsson den Puck zum 3:3 ins Netz. Drei Punkte in einem Drittel – das reicht fürein Drama. Im Shootout täuschte er sich selbst, ließ Elvis Merzlikins wie eingefroren stehen und entschied die Partie. Die Bruins-Bank explodierte, die Blue Jackets schauten ins Leere. Arvidsson: „Wir glauben einfach nicht daran, dass ein Spiel verloren ist.“
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Boston erzielte in den letzten drei Spielen 13 Tore, kassierte nur fünf. Die Powerplay-Quote stieg auf 28,4 % – beste Marke seit 2019. Und das ohne ihren Topscorer David Pastrnak, der mit einer Oberschenkelblessur ausfällt. Sturm, der seit Dezember die Coaching-Position übernahm, strich über seinen grauen Dreitagebart: „Wir haben keine Stars, wir haben ein System. Wer reinpasst, spielt.“

Die playoffs rücken näher, der gegner zittert
Mit 89 Punkten liegen die Bruins zwei Zähler vor den Florida Panthers, die noch zwei Partien mehr auf dem Konto haben. Das Restprogramm? Heimspiele gegen Detroit und Ottawa, dann die Reise nach Toronto. Kein Selbstlauf, aber machbar. Die Buchmacher kürten Boston mittlerweile zum viertwahrscheinlichsten Stanley-Cup-Gewinner – vor Teams wie Colorado oder Vegas.
In der Kabine läuft „Shipping Up to Boston“ von den Dropkick Murphys. Die Jungs singen mit, Sturm klatscht ab. Er kennt diese Momente noch aus seiner Spielzeit, als er als deutscher Vorreiter in der NHL plötzlich Playoff-Tore schoss. Jetzt steht er hinter der Bande und lenkt eine Maschine, die nicht mehr stoppen will. Die Eastern Conference hat einen neuen Geheimfavoriten – und der trägt Schwarz-Gold.
