Steinbach erstmals ins all-big-10-team gewählt: huskies-frischling startet historie

18,6 Punkte, 11,6 Rebounds – aber vor allem: Null Vorbilder. Hannes Steinbach ist als erster Washington-Husky überhaupt in eines der All-Big-10-Teams gewählt worden, stürmt im ersten US-Jahr direkt ins Third Team und schreibt damit College-Geschichte.

Ein novum in seattle

Die Conference kürt jedes Jahr ihre 15 Besten, doch auf dem Campus an der Montlake Avenue hatte noch nie ein Name diesen Ehrenlisten gestanden – bis jetzt. Der 2,11-Meter-Center aus Göttingen verpasste das First Team nur knapp, erhielt aber Stimmen von 22 der 28 Head-Coaches und wurde zusätzlich von der Associated Press sogar ins Second Team erhoben.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 20 Double-Doubles in 28 Spielen, Effektivwert von 27,4 und eine Usage-Rate, die ihn unter allen Freshmen auf Platz zwei der Liga katapultiert. Dabei ist er kein reiner Korbjäger. 62 Prozent seiner Assists führen zu Drei-Punkte-Treffern, seine Defensive-Rating liegt bei 94,7 – bester Wert unter allen regulär eingesetzten Bigs der Big-10.

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Ja, Stewart landete 2020 ebenfalls im All-Freshman-Team und schaffte den Sprung in die NBA. Doch Steinbachs PER übertrifft dessen College-Wert bereits um 4,8 Punkte, und sein True-Shooting pendelt bei 68,4 % – ein Wert, den selbst erfahrene Seniors selten knacken. Scout-Stimmen aus der Liga nennen ihn „einen europäischen Big mit Guard-Skills“, weil seine Handle-Videos auf Twitter binnen Stunden tausende Shares sammeln.

Die Huskies selbst profitieren nachhaltig. Die Ticket-Nachfrage für Heimspiele stieg um 37 %, Merchandise-Umsatz mit der #21 kletterte in den Top-10-artigen Shops der NCAA, und vier Spiele wurden bereits auf nationalen Hauptsendern verlegt – ein Scheduling-Präsent, das Seattle zuletzt 2018 zuteil wurde.

Was jetzt zählt: turnier und televised stage

Mit dem Conference-Turnier beginnt am Mittwoch die nächste Etappe. Der Sieger räumt den „automatic bid“ für March Madness ab, alle anderen hoffen auf eine at-large-Einladung. Die Huskies liegen laut Bracketologie der ESPN-Experten derzeit auf dem 10.-Seed, doch ein Deep-Run in Indianapolis könnte sie auf die sichere Seite der Bubble katapultieren.

Steinbach selbst wirkt gelassen. Nach dem Award-Dinner schob er nur einen Satz über den Tisch: „Ist schön, aber mein Dad hat mir gesagt, dass Pokale nicht gewinnen – Teams gewinnen.“ Wenn er seine Turnier-Form bestätigt, könnte Washington erstmals seit 2019 wieder den Dance betreten. Und dann wäre dieses Stück Geschichte nur die Fußnote eines größeren Märchens.