Stefan nyman bleibt: iserlohn bricht mit acht jahren chaos
Die Iserlohn Roosters haben sich entschieden: Stefan Nymanbleibt. Nach acht Trainerwechseln in acht Jahren herrscht beim DEL-Klub zum ersten Mal seit 2018 wieder Kontinuität auf der Bank – ein Schritt, der die Roosters aus der Dauerkrise katapultieren soll.

Der schwede erhält vertrauen trotz zwölften platzes
Nyman kam vor dieser Saison an den Seilersee, konnte die Playoffs nicht erreichen. Das Team schloss die Hauptrunde als Tabellenzwölfter ab. Doch statt dem nächsten Schnellschritt setzen die Verantwortlichen auf den 52-Jährigen. „Wir haben vor allem in der zweiten Halbserie bewiesen, dass wir ein Playoff-Team sind“, sagt Nyman. „Daran wollen wir anknüpfen.“
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nach der Winterpause holte Iserlohn 21 von 36 möglichen Punkten – Tendenz steigend. Sportdirektor Franz-David Fritzmeier nennt das „eine Basis, auf der wir aufbauen können“. Er spricht von einem „Konstanz-Projekt“, das der Klub nun startet. Die Botschaft: Keine Experimente mehr, stattdessen ein Trainer, der seine Philosophie einspielen darf.
Für die Fans ist die Nachricht ein Seufzer der Erleichterung. Seit dem Abstieg aus der Meisterrunde 2017 wechselten sich Rich Chernomaz, Bill Stewart, Dave Poulin, Jason Becker, Martin Röthl, Marc Kathan, Doug Shedden und schließlich Nyman ab. Keiner blieb länger als eine Saison. Die Folge: keine klare Spielweise, keine Identität, keine Perspektive.
Nun also der Bruch mit der Tradition. Nyman bekommt Zeit, um seine Defensive zu stabilisieren und die jungen Akteure wie Luca Hollenstein und Leonhard Pföderl weiterzuentwickeln. Der Schwede will das Tempo erhöhen, den Slot vor dem eigenen Tor abschotten und die Powerplay-Quote von 16,4 Prozent auf über 20 Prozent hochschrauben. Ambitionierte Ziele, doch der Klub zeigt sich bereit, sie zu finanzieren.
Die nächsten Wochen entscheiden über den Kader. Verträge von Leistungsträgern wie Marko Friedrich und Brent Aubin laufen aus. Fritzmeier kündigt „gezielte Verstärkungen“ an, will aber das defensive Gerüst erhalten. Ein Center mit Face-off-Quote über 55 Prozent steht ganz oben auf der Wunschliste. Die Fehler der Vergangenheit – teure Ausländer, die nicht funktionierten – will man nicht wiederholen.
Für die Liga ist der Schritt ein Signal. Die Roosters gelten seit Jahren als krisengeschüttelt, die Arena war oft nur halb gefüllt. Mit Nyman als verlässlichem Gesicht könnte sich das ändern. Denn eines ist klar: Wenn der Klub auch 2026/27 wieder den Anschluss verpasst, wäre die Kontinuität schnell wieder Geschichte. Dann würde der nächste Trainerwechsel nur noch eine Frage der Zeit sein.
