Stabhochsprung-debakel: deutsche asse verpassen anschluss
Dortmund. Die deutsche Stabhochsprung-Elite lässt weiterhin auf internationale Erfolge warten. Bei den Deutschen Meisterschaften in Dortmund sprang Bo Kanda Lita Baehre zwar zu seinem Titel, doch die Höhe von 5,60 Metern wirft ernste Fragen auf: Wo ist die verloren gegangene Klasse?
Die enttäuschende realität hinter dem deutschen rekord
Während Armand Duplantis den Stabhochsprung revolutioniert und Rekord um Rekord bricht, hinken die deutschen Athleten hinterher. Die Disziplin boomt global, doch im deutschen Lager klafft eine wachsende Lücke. Lita Baehres Sieg in Dortmund war mehr eine Demonstration der Schwäche der Konkurrenz als ein Zeichen von Stärke.
Die 5,60 Meter sind eine Höhe, die man sich als Siegerhöhe kaum wünschen kann. Im Vorjahr teilte er sich den Titel noch mit Torben Blech, doch diesmal sprang Blech nicht über 5,40 Meter. Das Ergebnis ist ein deutliches Signal: Der deutsche Stabhochsprung befindet sich in einer Krise.
Vergleicht man die Leistungen internationaler Athleten, wird das Ausmaß des Problems deutlich. 2025 übersprangen 14 Springer die 5,90-Meter-Marke, in diesem Jahr sind es bereits sieben – darunter vier, die die beeindruckende 6-Meter-Grenze überwunden haben. Der 'Duplantis-Effekt' ist unverkennbar, doch er scheint die deutschen Springer nicht zu motivieren.

Ein rückblick auf glorreiche zeiten
Früher war der Stabhochsprung eine deutsche Paradedisziplin. Raphael Holzdeppe wurde 2013 Weltmeister, und Athleten wie Björn Otto, Daniel Ecker und Tim Lobinger begeisterten ein ganzes Land. Sogar Andrej Tiwontschik und Michael Stolle sprangen über 5,95 Meter, Malte Mohr erreichte 5,91 Meter und Lita Baehre selbst schaffte bereits 5,90 Meter. Doch diese Zeiten sind vorbei.
Lita Baehre selbst gibt zu, dass er noch lange nicht an seiner Leistungsgrenze angekommen ist: “Ich bin kein Fan davon, mich zu limitieren. 6,02 Meter sind mein Ziel – wer weiß, ob da nicht noch mehr drin ist?” Doch Worte allein reichen nicht aus. Es braucht harte Arbeit, eine klare Strategie und vor allem Ergebnisse, um wieder an die Spitze anzuknüpfen.
Die kommenden Wettkämpfe werden zeigen, ob die deutschen Stabhochspringer in der Lage sind, die internationale Konkurrenz zu ärgern. Im Moment deutet jedoch alles darauf hin, dass die Krise noch lange nicht vorbei ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt, doch die Realität ist unbarmherzig: Der deutsche Stabhochsprung braucht dringend einen Neustart.
