Sportwelt erschüttert: ermittlungen wegen manipulation verdächtigen hochrangige funktionäre
Die italienische Sportwelt steht am Rande eines Skandals. Die Mailänder Staatsanwaltschaft in Rom hat Ermittlungen eingeleitet, die hochrangige Funktionäre des italienischen Tanzsportverbands (Fidesm) ins Visier nehmen. Im Verdacht steht ihnen die Manipulation von Wettbewerbsergebnissen, eine Anschuldigung, die die Integrität des Sports in Frage stellt und die ohnehin fragile Stabilität der Fidesm weiter untergräbt.
Vorwürfe gegen galvagno, lunetta und co.
Im Zentrum der Ermittlungen stehen Ferruccio Galvagno, ehemaliger und wieder eingesetzter Präsident, sowie Laura Lunetta, die aktuelle Präsidentin und zudem Mitglied des Verwaltungsrats des Comité Olympique National Italienien (CONI). Auch ihre engsten Mitarbeiter, Piercarlo Pilani und Ottavio Capelli, sind von den Vorwürfen betroffen. Konkret wird ihnen vorgeworfen, “aktive Betrugshandlungen begangen zu haben, die darauf abzielten, die Ergebnisse von Sportwettkämpfen zu verfälschen“, einschließlich der Absoluter-Meisterschaften, die zwischen dem 19. und 22. Februar 2026 in Riccione stattfanden.
Doch die Anschuldigungen gehen weiter: Den Ermittlern zufolge sollen die Beschuldigten nicht nur die Auswahl der Schiedsrichter beeinflusst, sondern auch die für die Stimmenauszählung verwendete Software manipuliert haben. Die Dimensionen des möglichen Betrugs sind noch nicht vollständig absehbar, aber die Perquisitionen von Wohnungen, Büros der Fidesm, des Midas (Maestri Italiani di Danza Sportiva), des CONI und von Sport e Salute deuten auf eine umfassende Untersuchung hin.
Laura Lunetta, die einzige Frau an der Spitze eines italienischen Sportverbandes, verteidigt sich vehement und beteuert ihr Vertrauen in die Justiz. Ihre Position im CONI und ihre Rolle als Koordinatoren des Departments für Chancengleichheit verleihen der Angelegenheit eine zusätzliche politische Dimension. Galvagno, der bereits in der Vergangenheit mit Kontroversen zu kämpfen hatte und nach einer Sperre erneut in den Verband zurückkehrte, trat kürzlich von seinem Posten als Bundesberater zurück. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen diese Vorwürfe für die Zukunft des Tanzsportverbandes und seiner Führung haben werden.
Die jüngsten Ereignisse werfen ein düsteres Licht auf den italienischen Sport und erinnern an frühere Skandale, die das Vertrauen in die Integrität des Sports schwer beschädigt haben. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, und die Öffentlichkeit wartet gespannt auf die Ergebnisse.

Ein verband in der krise
Die Fidesm war bereits mehrfach von Krisen betroffen, insbesondere durch drei vorangegangene Zwangsverwaltersetzungen. Die erneuten Ermittlungen verschärfen die Situation weiter und könnten zu einem Umbruch innerhalb des Verbandes führen. Die Frage, wie sich der Tanzsport in Italien von diesem Schock erholen kann, bleibt offen.
Die Staatsanwaltschaft hat nun die Aufgabe, den Beweis für die Manipulationen zu erbringen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Sportwelt blickt gespannt auf die weiteren Entwicklungen.
