Sportförderung: athleten fordern mitspracherecht im bundestag
Berlin – Die Debatte um die Sportförderung in Deutschland spitzt sich zu. Während die Bundesregierung am Donnerstag im Bundestag den Gesetzesentwurf zur Neuregelung des Spitzensports vorlegt, drängen Athleten Deutschland auf deutliche Anpassungen. Es geht um mehr als nur Medaillen – es geht um den Schutz der Sportler selbst.

Athleten wollen an entscheidungen beteiligt werden
Der Entwurf der Regierung, eine Koalition aus CDU/CSU und SPD, sieht eine gesetzliche Grundlage für die Förderung des Spitzensports vor, mit dem Ziel, die Erfolgschancen bei internationalen Wettbewerben zu erhöhen. Doch für Athleten Deutschland ist das nicht genug. „Wir Athletinnen und Athleten stehen hinter dem Ziel, den deutschen Spitzensport wieder erfolgreicher zu machen“, erklärte Pia Greiten, Präsidentin von Athleten Deutschland. „Echte Veränderung bedeutet jedoch, uns an Entscheidungen wirksam zu beteiligen und den Schutz vor Gewalt zur Priorität zu machen.“
Konkret fordert Athleten Deutschland einen stimmberechtigten Sitz im Stiftungsrat der geplanten Spitzensportagentur. Das ist ein zentrales Organ, das die Ausrichtung und Verteilung der Fördermittel steuern soll. Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland, betonte: „Wer mehr Medaillen fordert, muss die Menschen stärken, die die Erfolge möglich machen. Ihr Schutz darf nicht dem guten Willen einzelner Verbände und deren Eigenerklärungen überlassen werden.“
Ein weiterer Knackpunkt ist die Umsetzung des Safe Sport Codes. Athleten Deutschland fordert, dass dieser verbindlich umgesetzt und die Spitzenverbände an das Zentrum für Safe Sport angeschlossen werden müssen, um Fördermittel zu erhalten. Zusätzlich sollen Standards für „Good Governance und wirksame Athletenbeteiligung“ im Gesetz verankert werden, um eine „bestehende Steuerungslücke“ zu schließen. Die bisherige Kritik aus dem organisierten Sport war groß, und auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte mehrfach Anpassungen gefordert.
Die Beratungen im Bundestag bieten nun den Fraktionen die Möglichkeit, Einfluss auf den Gesetzesentwurf zu nehmen. Anträge von den Grünen und der Linken liegen bereits vor. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Forderungen der Athleten Gehör finden und ob der Gesetzgeber tatsächlich einen Schritt unternimmt, um die Rahmenbedingungen für den deutschen Spitzensport nachhaltig zu verbessern. Die Frage ist nicht, ob mehr Medaillen möglich sind, sondern ob die Sportler dabei die gebührende Würde und Sicherheit erfahren.
