Sperre nach 6:0? uefa prüft kimmich und olise wegen manipulierten gelben
München – Ein 6:1 in Bergamo müsste Freude pur bedeuten. Doch zwei Gelbe Karten in den letzten Minuten lassen den FC Bayern kurz vor dem Viertelfinale erzittern. Joshua Kimmich und Michael Olise stehen im Rückspiel gegen Atalanta (Mittwoch, 21 Uhr) vor dem Innenausschluss – und könnten sogar länger fehlen, falls die Uefa eine Manipulation feststellt.
Warum das 6:0 der auslöser ist
Beide Spieler hatten ihre dritte Verwarnung der laufenden Champions-League-Saison kassiert. Normalerweise würde das bedeuten: ein Spiel Pause, danach wieder einsatzfähig. Doch der Zeitpunkt lässt den Verdacht aufkommen, dass die Karten absichtlich provoziert wurden – um im Viertelfinale gegen Real Madrid oder Manchester City wieder frisch dabei zu sein. Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe schlägt Alarm: „Bei 6:0 Zeitspiel? Das ist auffällig. Ramos wurde 2019 für genau diesen Trick zwei Spiele gesperrt.“
Die Szenen: Olise bremst einen Konter per Foul, Kimmich zögert an einem Freistoß so lange, dass Bergamos Yunus Musah ausflippt, den Ball wegschießt – und selbst Gelb sieht. Kimmich danach: „Ich wollte nicht ins Pressing spielen.“ Klingt nüchtern, reicht aber möglicherweise nicht vor der Uefa-Kamera.

Was jetzt auf dem prüfstand steht
Laut Franzosenzeitung L’Équipe hat Schiedsrichter Espen Eskas nichts Ungewöhnliches in seinem Bericht vermerkt. Dennoch kann die Uefa nachträglich eingreifen, wenn sie den Verdacht der Spielverzögerung bestätigt sieht. Gräfe: „Die Bilder zeigen, dass der Ball spielbar war und Tah frei stand. Wenn die Kommission das so sieht, folgt eine zusätzliche Sperre – und das nicht nur für das Rückspiel.“
Ein Präzedenzfall ist dokumentiert: Sergio Ramos räumte 2019 ein, sich gegen Ajax bewusst die fünfte Gelbe geholt zu haben, um im Viertelfinale sauber zu starten. Er flog zwei Spiele lang vom Platz. Kimmich und Olise schwebt dasselbe Damoklesschwert.
Die Bayern selbst halten sich bedeckt. Sportdirektor Christoph Freund betonte nach dem Spiel, man habe „keinen Grund, die Spieler zu warnen“. Intern ist man dennoch nervös: Ein Eingriff der Uefa würde nicht nur das Mittelfeld gegen Atalama durcheinanderbringen, sondern auch die Moral-Debatte um „Cleverness vs. Fairplay“ neu entfachen.
Fakt ist: Ohne Kimmich und Olise ist das Rückspiel trotz 5-Tore-Polster ein Experiment. Und sollte die Uefa nachlegen, fehlen beiden auch das erste Viertelfinale – egal, ob gegen Madrid oder City. Gräfe urteilt knallhart: „Wer bei 6:0 auf Zeit spielt, muss mit Konsequenzen rechnen.“ Die Entscheidung fällt innerhalb der nächsten 48 Stunden. Der FC Bayern kann nur abwarten – und den Spielplan offenhalten.
