Spanische wasserpolo-dynastie wird neu geschrieben: finale zwischen catalunya und barceloneta
Mit einem historischen Showdown beginnt diese Woche die Neudefinition europäischer Wasserpolo-Geschichte. Um 20:30 Uhr stürzen sich EPlus Catalunya und Zodiac Atlètic Barceloneta in eine finale Sensation, die Spanien erstmals zwei Kandidaten auf dem Thron der Euro League Frauen beschert.
Spanien gegen spanien: finale ohne vorlage
Seit der Premierensaison 1999/2000 stand nie eine rein iberische Entscheidung an auf dem Programm. Das ändert sich radikal. Das Rückspiel am 3. Juni folgt auf den Auftakt am 27. Mai – und beide Teams jagen ihren allerersten Europapokal. Nur CN Mataró hatte 2016 den Pokal nach Spanien gebracht; nun droht der zweite Titel, diesmal mit ganz anderem Gesicht.
Catalunya trägt Tradition wie kaum ein anderer Verein. Die Titel der spanischen Liga 1989 und 1991 sind noch in lebhafter Erinnerung, doch die letzten Jahre glichen einer ungewollten Pause. Sant Andreu, Sabadell und eben Mataró bestimmten das nationale Geschehen, während Catalunya auf seine große Stunde wartete. Sie kommt jetzt – und sie kommt laut.

Barceloneta: vom neuling zum finalisten
Atlètic-Barceloneta hingemalt? Eher gesprungen. Erst kürzlich formiert, katapultierte sich der Klub mit einer klaren Marschrichtung an die Spitze. Die Verpflichtung von Olympiasiegerin Paula Leitón im vergangenen Sommer war kein PR-Gag, sondern eine Kampfansage. In ihrer ersten Europasaison schreibt die Mannschaft von Chus Martín jetzt schon Geschichte.
Der Weg war nicht glatt, aber spektakulär. Gegen den amtierenden VizemeisterPallanuoto Trieste endete das Hinspiel 12:12, doch in Italien ließen Leitón, Clara Díaz und Alejandra Aznar die Fassung nie sinken. 14:13 – knapp, nervenaufreibend, verdient. Díaz und Aznar liefern Tore wie am Fließband, Leitón blockt alles, was sich bewegt. Drei Akteurinnen, eine Mission.

Catal gegen die uhr: aarts, leitón und die kleinen unterschiede
Catalunya hingegen baute sein Ticket gegen BVSC Manna. Das Hinspiel endete 13:13, doch in der Rückrunde verwandelte sich das Team. 11:4 – eine Defensive, die Geschichten schreibt. Laura Aarts, früher Nr. 1 bei Sabadell, war die Ruhe selbst. Sie hielt, was zu halten war, und noch mehr. Europas Torhüterelite schaut neidisch nach Barcelona.
Die Direktbegegnungen dieser Saison? Zweimal gewann Barceloneta – erst im Penaltyschiessen, dann klar mit 11:8. Eine kleine, aber möglicherweise entscheidende Tatsache. Doch der Name Catalunya schlägt im Kollektivgedächtnis der Liga wie ein Gong. Tradition gegen Tempo, Routine gegen Risiko. Die Wage schwankt.
In zwölf Tagen könnte ein neues Kapitel beginnen – oder ein altes weiterleben. Fest steht: Spanien wird erstmals den Frauen-Wasserpolo-Thron ganz allein bestimmen. Der Rest Europas schaut gebannt zu und lernt, dass die Zukunft längst aus dem Mittelmeer kommt.
