Spanische segler setzen auf ki: der neue wettbewerbsvorteil?

Die spanische Segel-Föderation (RFEV) hat einen radikalen Schritt unternommen, um im internationalen Wettbewerb die Nase vorn zu haben: Künstliche Intelligenz und umfassende Datenanalyse. Was einst in mühsamen schriftlichen Berichten steckte, wird nun in einer hochmodernen Plattform zentralisiert und analysiert – ein Umdenken, das dem spanischen Team einen entscheidenden Vorteil verschaffen könnte.

Daten als schlüssel zum erfolg: wie saildata die segel trimmt

Daten als schlüssel zum erfolg: wie saildata die segel trimmt

Bernat Cortés, Datenanalyst der RFEV, verdeutlicht: “In der Elitesportwelt kann die Differenz zwischen einer Medaille und dem Verpassen um nur 0,01 Prozent liegen. Diese Tools verschaffen uns diesen entscheidenden Vorteil.” Die Entwicklung begann nach den Olympischen Spielen in Tokio 2021, als die Notwendigkeit einer zentralisierten Datenplattform erkannt wurde. Xisco Gil, der Director der olympischen Vorbereitung, erinnert sich: “Es war ‘Berni’, der die Wichtigkeit der künstlichen Intelligenz hervorhob.”

Heutzutage ermöglicht die Technologie die Übertragung von Trainings in Echtzeit. Aber der wahre Durchbruch liegt in der Plattform SailData, einem Eigenentwicklung der RFEV. SailData bündelt und analysiert technische, taktische und physische Daten der Segler und ihrer Boote. Das 55. Trofeo Princesa Sofía Mallorca by FERGUS Hotels, ein wichtiger Wettkampf im Vorfeld des Sailing Grand Slam 2026, dient als Testfeld für diese Technologie.

Die schiere Datenmenge ist beeindruckend: Rund 500 Parameter werden pro Boot erfasst – von GPS-Positionen und Geschwindigkeiten über Gyroskope, die Krängung messen, bis hin zu Sensoren, die die Muskelkraft der Segler an den Winden erfassen. Selbst die Kommunikation zwischen den Teammitgliedern wird analysiert, um eine effiziente und relevante Verständigung zu gewährleisten. Gil erklärt: “Alles, was wir messen, ermöglicht uns, die Trainings zu optimieren.”

Die Ergebnisse sind messbar. So wurde beispielsweise die Segelfläche der iQFOiL-Boote im Herrenbereich von 9 auf 8 Quadratmetern reduziert. Die Anpassung an diese Änderung erfolgte mithilfe der Datenanalyse, wodurch die Segler ihre Technik schnell optimieren konnten. “Früher brauchten Trainer Tage, um Schlussfolgerungen zu ziehen. Jetzt dauert es nur noch wenige Minuten”, so Cortés.

Aber SailData ist mehr als nur eine Werkzeug für die Elite. “Es beschleunigt den Lernprozess für alle“, betont Gil. “Die Daten dürfen aber nicht das Gefühl des Seglers ersetzen. Sie sollen lediglich eine Hilfe sein, um sich zu verbessern.”

Die RFEV hat sich mit SailData eine Vorreiterrolle erobert. Es ist ein Beweis dafür, dass Daten nicht nur Informationen liefern, sondern auch den Weg zum Erfolg ebnen können. Doch die wahre Herausforderung wird darin bestehen, die Daten in eine neue, höhere Kunst des Segelns zu verwandeln – eine Kunst, die durch die Augen der Segler und nicht nur durch Algorithmen geleitet wird.