Spanien stürmt nach atlanta: kann die 'segunda estrella' endlich leuchten?

Die Vorfreude in Spanien ist kaum zu bremsen: Am morgigen Tag beginnt für die Nationalmannschaft das Abenteuer WM 2026 in Atlanta. Mit Cabo Verde im ersten Gruppenspiel wollen Luis de la Fuente und sein Team den Grundstein für die sogenannte 'Operación Segunda Estrella' legen – den lang ersehnten zweiten Stern auf dem Trikot.

Europameister mit durst nach mehr

Die Bilanz von Luis de la Fuente ist beeindruckend. Seit seinem Amtsantritt hat er die spanische Nationalmannschaft zu neuen Höhen geführt. Der Gewinn der letzten Europameisterschaft in Berlin, nach dem Triumph von 2012, war der Höhepunkt einer bemerkenswerten Entwicklung. Auch die Halbfinalteilnahme bei der vorherigen EM und die drei Finalteilnahmen in den letzten Nations League-Turnieren (mit dem Titelgewinn 2023) unterstreichen die Dominanz Spaniens in Europa. Doch dieser Erfolg muss nun auf die Weltbühne übertragen werden.

Die WM-Bilanz der letzten Jahre war für die 'Furia Roja' alles andere als zufriedenstellend. Drei frühe K.O.-Runden in Folge haben die Erwartungen gedämpft. Spanien weiß aus eigener Erfahrung, wie schmerzhaft eine verpasste Chance sein kann – der Triumph von 2010 wirkt mittlerweile wie eine ferne Erinnerung.

Eine rekordserie steht auf dem spiel

Eine rekordserie steht auf dem spiel

Vor dem Duell mit Cabo Verde steht Spanien vor einer historischen Leistung. Das Team könnte in Atlanta einen neuen Weltrekord für ungeschlagene Spiele aufstellen. Nach 31 offiziellen Partien ohne Niederlage – wobei Entscheidungen im Elfmeterschießen als Unentschieden gewertet werden – steht die Mannschaft kurz vor diesem Meilenstein. Dieser Rekord wurde zuletzt von Italien gehalten, bevor er durch das Unentschieden gegen die Türkei im November ausgleich. Die Entscheidung über den neuen Weltrekord fällt somit bereits morgen.

Der gegner: cabo verde und die wm-überraschung

Der gegner: cabo verde und die wm-überraschung

Der erste Test für Spanien ist Cabo Verde, ein WM-Neuling und das Team mit der Nummer 67 der FIFA-Weltrangliste. Die Mannschaft hat kaum Spieler in den europäischen Top-Ligen. Doch Mundiales sind bekannt für ihre unvorhersehbaren Wendungen und Überraschungen. Spanien muss sich vor keinem Gegner scheuen, aber die Gefahr einer frühen Abreise ist real.

Die stars von morgen und die rückkehr alter bekannter

Die stars von morgen und die rückkehr alter bekannter

Die Mannschaft, die im Juli 2024 in Berlin die Europameisterschaft gewann, hat sich verändert. Spieler wie Carvajal, Le Normand und Morata gehören nicht mehr dazu. Junge Talente wie Lamine Yamal und Nico Williams sind zwar dabei, werden aber behutsam integriert. Ein Schlüsselspieler ist Rodri, der nach seiner schweren Knieverletzung im September 2024 wieder vollständig fit ist. Und dann ist da noch Mikel Oyarzabal, der sich zu einem echten Torjäger entwickelt hat und dem spanischen Angriff neue Impulse verleiht.

Luis de la Fuente ist überzeugt: “Wir haben im Mittelfeld die sechs besten Spieler der Welt.” Namen wie Rodri, Zubimendi, Mikel Merino, Pedri, Fabián und Dani Olmo prägen das zentrale Spiel und sind der Schlüssel zum Erfolg der spanischen Nationalmannschaft.

Atlanta, chattanooga und die gewohnheiten der stars

Der morgige Tag wird entscheidend sein. Um 12 Uhr Ortszeit (6 Uhr abends in Spanien) wird im klimatisierten Mercedes-Benz Stadium in Atlanta Geschichte geschrieben werden. Die Spieler haben sich an die veränderten Bedingungen in Chattanooga gewöhnt, wo die Mannschaft ihr Trainingslager hält. Die Routinen bleiben unverändert – ein wichtiger Faktor für den Erfolg im Spitzensport. Denn eines gilt: Wer am Tag des Spiels in optimaler Verfassung ist, hat schon einen Teil der Schlacht gewonnen.

Das Spiel gegen Cabo Verde ist mehr als nur ein Gruppenspiel. Es ist der Auftakt zu einer neuen Ära, einer Chance, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und die 'Segunda Estrella' endlich zu erobern. Die Zeichen stehen gut, aber der Weg zum WM-Titel ist lang und voller Herausforderungen. Die Welt wird genau hinschauen, ob Spanien diesem Anspruch gerecht werden kann.