Spanien startet titel-verteidigung in nokia – velasco nominiert 30 ausrufezeichen
Die Farben von Rot-Weiss flattern wieder: Spaniens Europameister fahren nach Finnland, um die Saison 2025/26 mit einem Schlag einzuläuten – und das gleich zweimal in 24 Stunden.

Warum nokia jetzt europas futsal-hauptstadt wird
Am 10. und 11. April verwandelt sich der kleine Ort südwestlich von Tampere in ein Pulverfass. Die finnische Gemeinde hat sich bei der UEFA beworben, weil sie wissen, was kommt: 6.200 Tickets weg in 72 Minuten, Live-Stream auf Yle, spanische TV-Crews mit Akkreditierungswunsch bis zum Dachboden. Der Hallenboden ist frisch verlegt, die LED-Wände sind auf 4K getrimmt – und das alles, weil der amtierende Champion endlich wieder in Länderspiel-Laune ist.
Jesus Velasco hat seine 30-Kopf-Liste gepostet, bevor die Final-Four-Teams von Palma und Cartagena überhaupt ins Flugzeug steigen. Kein Zufall. Der Coach will keinen Leistungsträger aus der Hand geben, der zwei Tage vor dem Rückflug noch Halbfinale-Stress in den Knochen hat. Deshalb fehlen Illes Balears Palma Futsal und Jimbee Cartagena genauso wie die beiden Abstiegskandidaten Family Cash Alzira und ATP Iluminación Tudelano. Stattdessen ruft Velasco sechs Goldhelden der Amsterdamer Euro-Endrunde zurück: Dídac Planta, Antonio Pérez, Adri Rivera, Ricardo Mayor, Cecilio und David Novoa. Antonio Navarro, damals Dritter im Torhüter-Trio, steht ebenfalls auf dem Zettel – und Dani Zurdo, der sich vor dem Finale verletzte, erhält sein lang ersehntes Comeback.
Die Botschaft ist klar: Spanien will nicht testen, Spanien will dominieren. Die Finnen haben in der ewigen Bilanz 0 Siege, 11 Niederlagen gegen den Rekord-Europameister. Das letzte Aufeinandertreffen endete 4:0 in Guadalajara – mit einem Hattrick von Cecilio nach 37 Minuten. In Nokia wird die Luft dünner, die Pässe schneller, der Druck lauter. Denn wer als Titelverteidiger in die neue Zyklus-Saison startet, mörtelt sofort Selbstvertrauen in die jungen Knochen, bevor die Qualifikationsgruppen im Herbst losknallen.
Velasco hat intern 24 Stunden zwischen den beiden Spielen eingeplant, keine Gala-Dinner, keine Tourismus-Fahrten. Stattdessen: Video-Session um Mitternacht, Kraftcheck um 07:00 Uhr, Abschlusstraining um 10:30 Uhr – dann direkt wieder Anpfiff. So trainiert man Mentalität, nicht nur Taktik. Finnlands Coach Timo Kaukasen spricht im NTSC-Briefing von „historischer Chance“, doch in den WhatsApp-Gruppen seiner Spieler kursiert ein anderes Wort: „Lehrgang“.
Die RFEF schickt bereits zwei Datenspezialisten mit, die jeden Sprint, jede Ballberührung und jede Herzfrequenz in Echtzeit nach Madrid funken. Das Material fließt direkt in den Leistungsdiagnostik-Pool der Primera División – ein Nebeneffekt, den sich die Klubs zwei Monate vor der Meisterschafts-Phase mehr wünschen als Weihnachten. Denn wer bei Velasco in Nokia überzeugt, erhält nicht nur Länderspiel-Minuten, sondern auch Bonus-Prämien aus dem nationalen Topf – ein Detail, das in den Kabinen lauter wird als jedes Tactical Talk.
Am Ende zählt nur eins: Spanien will mit doppelte Punktzahl in die Sommerpause gehen. Die Siege in Nokia wären nicht nur ein Schlag gegen Finnland, sondern auch ein Signal an Portugal, Italien und Kroatien: Der Champion schläft nicht. Und für die 3.000 mitgereisten Fans aus Valencia, Barcelona und Madrid heißt es: zwei Abende lang Europapokal-Stimmung im hohen Norden – mit saunafeuchten Blicken und dem festen Glauben, dass der Pokertisch für die EM 2026 bereits neu gemischt ist.
